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610 Wörter · 3 Min.

Poetic Justice (1993)

John Singletons Roadmovie von 1993: Tupac spielt den Postboten Lucky an der Seite von Janet Jackson, seine erste romantische Hauptrolle.

Filmplakat Poetic Justice (1993)
Filmplakat: Columbia Pictures
Regie und Drehbuch
John Singleton
Produktion
Steve Nicolaides, John Singleton
Studio/Verleih
Columbia Pictures
Darsteller
Janet Jackson (Justice), Tupac Shakur (Lucky), Regina King (Iesha), Joe Torry (Chicago), Tyra Ferrell (Jessie), Maya Angelou (Tante June); in Gastrollen Q-Tip, Billy Zane und Lori Petty
Gedichte
Maya Angelou
Musik
Stanley Clarke
Gedreht
1992
US-Kinostart
23. Juli 1993
Länge
ca. 109 Minuten
Einspielergebnis USA
27,5 Mio. US-Dollar; am Startwochenende Platz 1 mit 11,7 Mio. (Box Office Mojo)

Nach Boyz n the Hood drehte John Singleton eine Liebesgeschichte, und besetzte sie mit dem Popstar Janet Jackson und dem Rapper Tupac Shakur. Poetic Justice ist der Film, in dem Tupac zum ersten Mal einen Mann spielt, der nicht zerstört, sondern zuhört.

Daten zum Film

Die Geschichte

Justice arbeitet in einem Friseursalon in South Central Los Angeles. Seit ihr Freund vor ihren Augen erschossen wurde, schottet sie sich ab und schreibt Gedichte. Lucky, ein Briefträger und alleinerziehender Vater, flirtet ungeschickt mit ihr und blitzt ab. Als ihre Freundin Iesha eine Mitfahrgelegenheit nach Oakland organisiert, sitzt Justice ausgerechnet mit Lucky im Postwagen. Die Fahrt der vier nach Norden, mit Abstechern zu einem Familienpicknick und einem afrikanischen Markt, wird zur Reise, auf der zwei misstrauische Menschen einander näherkommen.

Wie Tupac zur Rolle kam

Singleton schrieb die Rolle der Justice nach eigener Aussage für Janet Jackson. Für Lucky hatte er zunächst Ice Cube im Blick, der ablehnte. Singleton erzählte 2019 der Daily Beast, er habe einen Mann gebraucht, den Männer und Frauen gleichermaßen mögen, und Tupac gefragt, als Juice noch nicht einmal im Kino war. Er habe ihm damals sogar geraten, sich ganz auf die Schauspielerei zu konzentrieren; Tupac habe geantwortet, Hip-Hop sei seine Stimme.

Im Gespräch mit Right On! (1993) beschrieb Tupac den Unterschied zu seiner Juice-Rolle so: Bishop stehe am Abgrund und komme damit nicht klar, Lucky gebe sein Bestes, damit klarzukommen.

Janet Jackson und die „HIV-Test“-Geschichte

Über die Dreharbeiten kursiert seit Jahrzehnten die Geschichte, Janet Jackson habe vor einer Kussszene einen HIV-Test von Tupac verlangt. Singleton stellte das 2019 anders dar: Er selbst habe am Set gescherzt, Tupac brauche einen Aids-Test, bevor er „seine“ Hauptdarstellerin küssen dürfe. Aus dem Witz sei Publicity geworden. 1996 sagte Tupac im Radio, Jackson habe ihn zu einer Zeit kennengelernt, als er noch sehr unreif gewesen sei; er sei ihr nicht böse und wolle wiedergutmachen, was schiefgelaufen sei.

Start und Kritiken

Zum Start weigerte sich die Kette Cineplex Odeon, den Film in ihrem Kino an der Universal CityWalk zu zeigen, aus Angst vor Gewalt. Das brachte ihr den Vorwurf des Rassismus ein. Variety berichtete später von fünf Gewaltvorfällen rund um Kinos am Startwochenende, darunter ein tödlicher Schuss auf einem Parkplatz in Las Vegas.

Die Kritiken fielen gemischt aus, Tupac kam meist gut weg. Leonard Klady (Variety) schrieb, Shakur habe die dankbarere Rolle und liefere „wirklich herausragende Arbeit“. Vincent Canby (New York Times) fand Jacksons Justice blass, die Figuren um sie herum, allen voran Lucky, dagegen „weit glaubwürdiger“. Kenneth Turan (Los Angeles Times) nannte den Film eine Enttäuschung, lobte aber beide Hauptdarsteller. Roger Ebert gab drei von vier Sternen. Janet Jacksons Song Again aus dem Film wurde für den Oscar nominiert.

Soundtrack

Der Soundtrack erschien 1993 bei Epic. Tupac steuerte Definition of a Thug Nigga bei, der 1997 auch auf dem Album R U Still Down? (Remember Me) erschien. Mehr in der Discografie.

Was danach kam

Singleton wollte Tupac auch für sein nächstes Projekt Higher Learning (1995). Dazu kam es nicht, im Vibe-Interview 1995 sagte Tupac, Singleton habe ihn aus dem Film geworfen. Die Freundschaft hielt trotzdem: Singleton äußerte sich nach Tupacs Tod mehrfach über ihn. In Deutschland lief der Film unter seinem Originaltitel.