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459 Wörter · 2 Min.

Bullet (1996)

1994 in Brooklyn gedreht, erst nach Tupacs Tod veröffentlicht: In Julien Temples Gangsterdrama spielt er den einäugigen Bandenchef Tank.

Filmplakat Bullet (1996)
Filmplakat: New Line Cinema
Regie
Julien Temple (zuvor Earth Girls Are Easy)
Drehbuch
Bruce Rubenstein und „Sir Eddie Cook“ein Pseudonym von Mickey Rourke
Produktion
John Flock; Village Roadshow / Clipsal Films
Verleih USA
New Line Cinema
Darsteller
Mickey Rourke (Butch „Bullet“ Stein), Tupac Shakur (Tank), Adrien Brody (Ruby Stein), Ted Levine (Louis Stein), John Enos III (Lester), Donnie Wahlberg, Suzanne Shepherd, Jerry Grayson
Kamera
Crescenzo G. P. Notarile
Gedreht
1994 in New York, überwiegend in Brooklyn; Copyright-Jahr 1995
Veröffentlichung
Wikipedia und Filmdatenbanken nennen einen begrenzten US-Start im Oktober 1996 (Datum dort: 1. Oktober 1996), einen Monat nach Tupacs Tod. Variety schrieb im Frühjahr 1997, der Film stehe in den USA bereits in den Videotheken, und besprach den verspäteten Kinostart in Australien.
Länge
ca. 93-96 Minuten
Deutscher Titel
Bullet, Auge um Auge

Bullet ist der unbekannteste unter Tupacs Spielfilmen. Gedreht 1994 in New York, lag er jahrelang im Schrank und erschien erst nach Tupacs Tod, fast ohne Werbung und in den USA im Wesentlichen auf Video. Tupac spielt darin Tank, einen einäugigen Bandenchef aus Brooklyn, der Gegenspieler von Mickey Rourke.

Daten zum Film

Die Geschichte

Butch Stein, genannt Bullet, kommt nach acht Jahren aus dem Gefängnis zurück zu seiner jüdischen Familie in Brooklyn: zu den alten Eltern, dem jüngeren Bruder Ruby, der Wände bemalt, und dem älteren Bruder Louis, einem traumatisierten Vietnamveteranen. Butch fällt sofort in alte Muster zurück, Heroin und Kleinkriminalität. Dabei gerät er mit Tank aneinander, der als Bandenchef das Viertel beherrscht. Der Konflikt endet für mehrere Hauptfiguren tödlich.

Tupac am Set

Julien Temple erinnerte sich 2021 in einem Interview, Tupac habe beim ersten Treffen Shakespeare vorgetragen. Am Set sei er professionell gewesen; wenn sie improvisiert hätten, habe Temple das, was Tupac anbot, stets gemocht. Temple beschreibt außerdem, wie das Studio hinter seinem Rücken eine eigene Schnittfassung herstellte und die geplante Musik durch billigere Titel ersetzte.

Mit Mickey Rourke verband Tupac eine Freundschaft, die über den Dreh hinausging. Im Vibe-Interview aus der Haft im Frühjahr 1995 zählte Tupac Rourke zu den Menschen, die ihm in dieser Zeit beistanden: Rourke habe ihn einfach als Freund angenommen.

Kritiken

Viel Lob bekam Bullet nicht. Variety nannte den Film schmuddelig, niederschmetternd und wenig fesselnd, das Drehbuch lustlos und Rourkes Spiel müde. Allenfalls Fans des verstorbenen Tupac Shakur, der in der Besetzung an zweiter Stelle steht, könnten einen Blick riskieren, meinte das Branchenblatt. Ein Einspielergebnis ist nicht überliefert.

Einordnung

Bullet entstand 1994, in einem der schwierigsten Jahre in Tupacs Leben: Im März lief Above the Rim an, in New York stand ihm der Missbrauchsprozess bevor, und im November wurde er im Quad Studio angeschossen (siehe Prozesse und Shootings). Als der Film schließlich erschien, war Tupac tot. Damit ist Bullet der erste von drei Filmen, die posthum herauskamen; es folgten Gridlock’d und Gang Related.