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623 Wörter · 3 Min.

All Eyez on Me (Spielfilm, 2017)

Benny Booms Biopic von 2017 über Tupac Shakur: Solider Kinostart, vernichtende Kritiken und scharfer Widerspruch von Jada Pinkett Smith.

Filmplakat All Eyez on Me (2017)
Filmplakat: Lionsgate, Summit Entertainment
Regie
Benny Boom
Hauptrolle
Demetrius Shipp Jr. als Tupac Shakur
Weitere Rollen
Danai Gurira als Afeni Shakur, Kat Graham als Jada Pinkett, Lauren Cohan als Leila Steinberg, Dominic L. Santana als Suge Knight, Jamal Woolard als The Notorious B.I.G., Annie Ilonzeh als Kidada Jones
Produktion
Morgan Creek; Produzenten L.T. Hutton, David Robinson und James G. Robinson
US-Start
16. Juni 2017, an Tupacs 46. Geburtstag (Lionsgate/Summit)
Deutscher Kinostart
15. Juni 2017 (Constantin Film), FSK 12
Länge
rund 140 Minuten
Budget
etwa 40 Millionen US-Dollar

Vierzig Millionen Dollar Budget, ein Neuling in der Hauptrolle und sofortiger Streit mit alten Weggefährten: Als All Eyez on Me im Juni 2017 in die Kinos kam, spaltete das Hollywood-Biopic das Publikum. Der Film ist kein Dokumentarfilm, sondern ein Spielfilm, in dem Schauspieler Tupacs Leben nachstellen. Er gehört in dieses Archiv, weil Fans ihn kennen sollten, auch wegen des Streits, den er auslöste. Wer Tupac selbst sehen und hören will, ist bei Tupac: Resurrection besser aufgehoben.

Besetzung, Kinostart und 40 Millionen Dollar Budget

Der Filmtitel stammt von Tupacs Doppelalbum aus dem Jahr 1996, siehe All Eyez on Me.

Sechs Jahre Vorlauf und wechselnde Regisseure

Morgan Creek kündigte das Projekt schon 2011 an, damals noch mit Antoine Fuqua als Regisseur. 2014 übernahm John Singleton, der Tupac in Poetic Justice inszeniert hatte, verließ den Film 2015 aber wegen kreativer Differenzen wieder. Erst Ende 2015 stieß der Musikvideo-Regisseur Benny Boom dazu.

Die Hauptrolle ging an Demetrius Shipp Jr., einen Neuling, dessen Vater an Musikvideos mit Tupac gearbeitet hatte. Gedreht wurde von Dezember 2015 bis April 2016 in Atlanta, Las Vegas und Los Angeles.

Ein Gefängnisinterview als roter Faden

Der Film rahmt Tupacs Leben mit einem Interview, das ein Filmemacher 1995 im Gefängnis mit ihm führt. In Rückblenden rollt die Handlung seine Stationen auf: von Afenis Freispruch im Panther-21-Prozess über die Kindheit, die Schauspielschule in Baltimore und die Freundschaft mit Jada Pinkett bis zu Digital Underground.

Danach folgen die ersten Alben, die Prozesse, die Schüsse von 1994, Death Row, die Fehde mit Biggie und schließlich die Nacht in Las Vegas 1996.

Starker Start an den Kassen, herber Absturz und schlechte Kritiken

Zum Start lief der Film an den Kassen besser als erwartet: Am ersten Wochenende spielte er in Nordamerika rund 26,4 Millionen US-Dollar ein und belegte Platz 3 der Charts. Schon am zweiten Wochenende brach das Interesse jedoch um 78 Prozent ein. Am Ende standen weltweit rund 55,7 Millionen US-Dollar.

Die Kritik fiel überwiegend negativ aus: Auf Rotten Tomatoes erreichten die Rezensionen nur 17 Prozent Zustimmung, bei Metacritic 38 von 100 Punkten. Nick Allen von RogerEbert.com gab einen halben von vier Sternen und nannte das Werk „one of the most useless music biopics ever made“. Der filmdienst bemängelte, der Film übernehme distanzlos Tupacs eigene Perspektive.

Häufig gelobt wurde dagegen Demetrius Shipp Jr., selbst die Kritiker-Zusammenfassung bei Rotten Tomatoes hebt seine Leistung hervor. Das Kinopublikum urteilte freundlicher und vergab laut CinemaScore die Note A−.

„Deeply hurtful“: Jada Pinkett Smith widerspricht der Darstellung

Am Starttag schrieb Jada Pinkett Smith auf Twitter, die Neuerfindung ihrer Beziehung zu Tupac sei „deeply hurtful“. Mehrere Szenen hätten so nie stattgefunden: Tupac habe ihr kein Gedicht vorgelesen, sie habe es erst später in seinem Buch entdeckt –, er habe sich vor seinem Umzug nach Kalifornien nicht von ihr verabschiedet, und einen Streit hinter der Bühne habe es nicht gegeben. Kat Graham und Shipp lobte sie trotzdem.

Auch 50 Cent äußerte sich abfällig über den Film. Ayanna Jackson, die Tupac 1993 beschuldigt hatte, nannte ihre Darstellung „absolutely ludicrous“.

Starker Hauptdarsteller, aber keine verlässliche Chronik

All Eyez on Me ist ein konventionelles, stellenweise ungenaues Biopic mit einem überzeugenden Hauptdarsteller. Als Einstieg in Tupacs Geschichte taugt der Film nur, wenn man weiß, dass Szenen frei erfunden oder verdichtet sind.