Zayd Shakur gehört zu den Namen, die in der Familie Shakur für einen hohen Preis stehen. Er starb auf einer Autobahn in New Jersey, knapp zwei Jahre nach Tupacs Geburt.
Ein Sohn von Saladin Shakur
Zayd Malik Shakur wurde als James F. Coston geboren (die Schreibweise wird auch als „Costan“ angegeben). Er war der Bruder von Lumumba Shakur, dem ersten Mann von Afeni Shakur, und wie dieser ein Sohn von Saladin Shakur, dem Patriarchen der Familie. Damit war er Tupacs Onkel, nicht durch Blut, sondern durch die Ehe seiner Mutter und den gemeinsamen Namen. Ein Text des Verlags PM Press nennt ihn deshalb Tupacs „Stiefonkel“.
Auch Mutulu Shakur zählte Zayd zu seinen Brüdern. Das wird mitunter wörtlich genommen und Zayd als Mutulus Bruder bezeichnet; gemeint ist die politische Familie, nicht die leibliche.
In Harlem und im Untergrund
Zayd gehörte wie sein Bruder zur Black Panther Party in Harlem. Später war er Mitglied der Black Liberation Army (BLA), einer bewaffneten Untergrundgruppe, die aus dem Umfeld der Panther hervorgegangen war.
Der 2. Mai 1973
Kurz nach Mitternacht am 2. Mai 1973 stoppten zwei Beamte der New Jersey State Police auf dem New Jersey Turnpike bei East Brunswick einen Wagen mit defektem Rücklicht. Am Steuer saß Sundiata Acoli, daneben Assata Shakur, auf dem Rücksitz Zayd. Es kam zu einem Schusswechsel. Der Polizist Werner Foerster starb, sein Kollege James Harper wurde verwundet. Zayd Shakur wurde tödlich getroffen, Assata schwer verletzt, Acoli ebenfalls verwundet.
Was genau geschah, ist bis heute umstritten. Die Anklage sah in den Insassen die Angreifer; Assata erklärte stets, sie habe niemanden erschossen und die Hände erhoben gehabt, als die Kugeln sie trafen. 1977 wurde sie für Foersters Tod verurteilt, ebenso Acoli, der erst 2022 nach 49 Jahren Haft auf Bewährung freikam.
Für New Jersey blieb die Nacht über fünf Jahrzehnte ein offenes Kapitel. Als Assata 2025 in Kuba starb, erklärten Gouverneur und Staatspolizei, der getötete Polizist Foerster habe nie die Chance gehabt, sein Leben in Frieden zu Ende zu leben. Für die Familie Shakur dagegen war Zayd ein Gefallener der Bewegung.
Korrektur: kein „Lebensgefährte“
Zayd wird mitunter als Lebensgefährte von Assata beschrieben. Dafür gibt es keinen Beleg. In den Berichten erscheint er als Mitglied der BLA und Mitfahrer in jener Nacht, nicht als ihr Partner.
Erinnerung
In der Familie blieb Zayd präsent. Als Tupac 1996 starb, schrieb Mutulu in seinem Abschiedsbrief, Tupac solle „Zayd, Lumumba“ und den anderen Verstorbenen sagen, sie sollten den Lebenden weiter beistehen. In der Traueranzeige für Mutulu 2023 erscheinen Lumumba und Zayd unter den Brüdern, die vor ihm gestorben sind.