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588 Wörter · 3 Min.

Panther Power

Ein Teenager rappt über die Partei seiner Mutter: Tupacs Demo um 1989 mit Ray Luv, verschollen auf Kassette, posthum dreimal veröffentlicht.

Aufnahme
um 1989, Bay Area (genaues Datum und Studio nicht belegt)
Veröffentlichung
2000 auf The Lost Tapes, 2003 auf dem Soundtrack Tupac: Resurrection, 2007 auf Beginnings: The Lost Tapes 1988-1991
Label
zuerst kleine Labels (Herb ‘N Soul in den USA, ZYX in Deutschland), 2003 Amaru Entertainment / Interscope Records, 2007 Koch Records / Amaru
Produktion
Chopmaster J (Jimi Dright) und Strictly Dope
Text
Tupac Shakur, Raymond Tyson (Ray Luv), Mark Dorado, Jimi Dright
Mit
Ray Luv (im Soundtrack-Credit als „Tyson“)
Länge
4:36
Samples
nicht dokumentiert

Ende der Achtziger steht ein Junge aus Marin City vor einem Mikrofon in der Bay Area und rappt über eine Partei, die es kaum noch gibt. Die Black Panther Party hat sich 1982 aufgelöst. Für Tupac ist sie Familiengeschichte: Seine Mutter saß als eine der „Panther 21“ auf der Anklagebank, als sie mit ihm schwanger war.

Panther Power ist eine der frühesten Aufnahmen, die von Tupac erhalten sind. Er nahm sie mit seiner ersten Gruppe Strictly Dope auf, als niemand außerhalb seines Freundeskreises seinen Namen kannte. Gehört hat sie die Öffentlichkeit erst nach seinem Tod.

Demos mit Ray Luv und Chopmaster J

Strictly Dope bestand nach Angaben des Senders KQED von 1988 bis 1990. Tupacs Partner war Ray Luv, mit bürgerlichem Namen Raymond Tyson, aufgewachsen in Santa Rosa. Beide kannten sich aus den Schreibrunden von Leila Steinberg, die Tupacs erste Managerin wurde. Aufgenommen und produziert hat die Stücke Jimi „Chopmaster J“ Dright, Mitgründer von Digital Underground.

Als Entstehungszeit nannte AllHipHop 2001 den Sommer 1989. Der Kritiker von laut.de hielt die Jahreszahl für eine Schätzung, weil auf einem der Bänder ein Sample aus einem Ende 1989 erschienenen Stück zu hören sei. Die Aufnahmen stammen von Kassetten, nicht von Studiobändern, und so klingen sie auch.

Eine Verbeugung vor Afeni und der Partei

Inhaltlich ist der Song eine Hommage an die Black Panther Party und an Afeni Shakur in ihrer Zeit als Parteimitglied. Tupac verbindet das mit Themen, die ihn nie mehr losließen: Sklaverei, schwarzer Nationalismus, Rassismus.

Der Hintergrund ist bekannt. Afeni wurde im April 1969 mit den anderen New Yorker Panthern verhaftet, verteidigte sich vor Gericht selbst und wurde im Mai 1971 freigesprochen. Einen Monat später kam Tupac zur Welt. Mehr dazu erzählt die Seite Tupac und die Black Panther Party.

Dreimal veröffentlicht, nie als Single

Zuerst erschien der Titel 2000 als Eröffnungsstück von The Lost Tapes, einer Sammlung, die Chopmaster J ohne Zustimmung des Nachlasses herausbrachte. Der Nachlass bat Händler, die CD nicht zu verkaufen; im Mai 2001 einigten sich beide Seiten (Meldung).

Offiziell erschien der Song 2003: Amaru nahm ihn auf den Soundtrack zur Dokumentation Tupac: Resurrection, der Platz 2 der Billboard 200 erreichte und im Dezember 2003 Platin bekam. Dort steht Panther Power zwischen den Hits als Zeugnis der Anfänge. 2007 eröffnete er erneut eine Neuauflage der frühen Bänder, diesmal unter dem Titel Beginnings, mehr dazu unter Archivalben.

Der politische Tupac vor Thug Life

Wer den späteren Tupac kennt, hört hier einen anderen. Complex schrieb 2025, wer Panther Power kenne, wisse, dass Tupac vor dem Ruhm eher ein politisch aufgeladener Straßenpoet war als ein Vertreter von Thug Life. Dieselbe Haltung steckt in seinem Gedicht Can U C the Pride in the Panther.

Ein großes Publikum fand der Song nie. Bis zum 21. Oktober 2026 kam er nach kworb.net auf rund 1,25 Millionen Spotify-Abrufe, ein Bruchteil der bekannten Titel.

Gerade deshalb lohnt das Hinhören: Bevor es Death Row und Thug Life gab, stand da ein Achtzehnjähriger und erklärte, woher er kam.

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