Im Sommer 1988 zog Tupac mit seiner Familie von Baltimore nach Marin City, eine kleine, arme Siedlung nördlich von San Francisco. Er war 17, hatte in Baltimore an einer Kunstschule Theater studiert und schrieb Gedichte und Raps. Er ging auf die Tamalpais High School im nahen Mill Valley und fand schnell Gleichgesinnte. Mit dem Rapper Ray Luv, der in Santa Rosa im Norden der Bay Area aufgewachsen war, gründete er die Gruppe Strictly Dope, sein erstes musikalisches Projekt an der Westküste.
Zwischen Bewusstsein und Spaß
Strictly Dope bestand nach Angaben des Senders KQED von 1988 bis 1990; zur Gruppe gehörte außerdem DJ Dize. Die Stücke aus dieser Zeit mischen politisch wache Texte mit verspielten, leichten Reimen. Bekannt sind Titel wie Panther Power, eine Hommage an die Black Panthers, aus deren Umfeld Tupacs Mutter Afeni kam, und The Case of the Misplaced Mic.
Eine wichtige Rolle spielte Leila Steinberg, die Tupac 1988 oder 1989 in ihrer Poesie- und Schreibrunde kennenlernte (die Angaben schwanken) und von 1989 bis 1993 seine erste Managerin war. Oft heißt es, sie habe Tupac und Ray Luv einander vorgestellt; belegt ist, dass auch Ray Luv ihre Runden besuchte und sie später auch ihn managte. Steinberg brachte die drei zu Digital-Underground-Mitgründer Jimi „Chopmaster J“ Dright, der mit Tupac, Ray Luv und Dize die ersten Studioaufnahmen machte. Danach vermittelte sie Tupac an Atron Gregory, den Manager von Digital Underground, nach dessen eigener Aussage nahm Gregory zunächst Strictly Dope unter Vertrag, nicht Tupac allein.
Was aus den Aufnahmen wurde
Zu Lebzeiten erschien von Strictly Dope nichts Offizielles. Die Demos wurden erst nach Tupacs Tod bekannt: Frühe Aufnahmen erschienen 2000 auf The Lost Tapes: Circa 1989, 2007 erweitert als Beginnings: The Lost Tapes 1988-1991. Panther Power, als Produzenten sind Chopmaster J und Strictly Dope genannt, kam 2003 zudem auf den Soundtrack zur Dokumentation Tupac: Resurrection. Als Veröffentlichung wird gelegentlich ein Album 1 in 21 genannt; dafür fand sich kein Beleg.
Ray Luv blieb Tupac verbunden: 1996 rappten beide gemeinsam mit Young Lay und Mac Mall auf Got 2 Survive aus Young Lays Album Black ‘n Dangerous. Strictly Dope steht damit am Anfang einer Linie, die über Digital Underground zu Tupacs eigener Karriere führt.