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1995369 Wörter · 2 Min.

„Das ist die wahre Geschichte“: Der Brief der Betroffenen an Vibe

1995 widerspricht die junge Frau aus dem Missbrauchsprozess in Vibe Tupacs Schilderung aus „Ready to Live“ihre Sicht auf die Nacht im Hotel.

Original: Brief der Klägerin, unter dem Titel „The Alleged Rape“ · Vibe · 1995

Im April 1995 veröffentlichte das Magazin Vibe unter dem Titel „Ready to Live“ Tupacs Version der Ereignisse, die ihn ins Gefängnis brachten. Kurz darauf meldete sich die junge Frau zu Wort, deren Anzeige im November 1993 zum Strafverfahren geführt hatte. Bis zu diesem Leserbrief habe sie ihre Geschichte nur unter Eid vor Gericht erzählt, schreibt sie. Öffentlich sei nur seine Darstellung bekannt, und in dem Interview sehe sie sich falsch wiedergegeben.

Widerspruch schon beim Kennenlernen

Schon die erste Begegnung im Club Nell’s schildert sie völlig anders als Tupac. Die Annäherung auf der Tanzfläche sei von ihm ausgegangen, sie habe sie sofort abgebrochen. Den anschließenden Abend in seinem Hotel beschreibt sie hingegen als einvernehmlich.

Ein völlig anderer Verlauf der zweiten Nacht

Für das zweite Treffen, einige Tage später, weichen die Darstellungen fundamental ab. Sie sei ins Hotel gekommen, um Tupac zu sehen, schreibt die Klägerin. Als andere Männer ins Zimmer kamen, habe sie klar gesagt, dass sie das nicht wolle. Sie sei festgehalten und von mehreren Männern sexuell missbraucht worden, Tupac eingeschlossen. Danach habe man sie zunächst nicht gehen lassen. Als sie weinend fragte, wie er ihr das antun könne, habe er sie hinauswerfen lassen.

Sie betont, es sei keine Falle gewesen, sie habe die Männer um Tupac nicht gekannt. Sie habe nicht die klügsten Entscheidungen getroffen, aber nichts davon rechtfertige, was ihr angetan worden sei.

Schuldspruch und Haftstrafe

Die Jury in New York sprach Tupac am 1. Dezember 1994 in zwei Fällen des sexuellen Missbrauchs ersten Grades schuldig und von den schwereren Vorwürfen frei. Im Februar 1995 erhielt er anderthalb bis viereinhalb Jahre Haft. Eine Zivilklage der Frau gegen ihn wurde später durch einen Vergleich beendet.

Eine gleichrangige Stimme im Archiv

Der Brief ist die einzige Stimme der Betroffenen in den Archivtexten, und er steht gleichrangig neben Tupacs Darstellung. Diese Seite nennt ihren Namen bewusst nicht und gibt die Einzelheiten ihrer Schilderung nur so weit wieder, wie es zum Verständnis nötig ist. Wer über Tupacs Leben schreibt, kommt an diesem Kapitel nicht vorbei, und auch nicht an ihrer Sicht.

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