Meldung vom 15. Oktober 2026
Mopreme Shakur nach dem Strafmaß: „Gerechtigkeit ist subjektiv“
Zwei Tage nach dem Strafmaß spricht Tupacs Stiefbruder über Verantwortung, offene Fragen zur Tatnacht und seinen Dokumentarfilm über den Prozess.
Zwei Tage nachdem Duane „Keffe D“ Davis zu 40 Jahren bis lebenslanger Haft verurteilt worden war, saß Maurice „Mopreme“ Shakur wieder im Studio. Kaum zurück aus Las Vegas, habe er wenig geschlafen, sagte Tupacs Stiefbruder am 15. Oktober 2026 im Podcast The Latest with Loren LoRosa. Auf die Frage, ob nun Gerechtigkeit geschehen sei, antwortete er: „Justice is, you know, it’s subjective.“ Gerechtigkeit sei subjektiv.
Verantwortung statt Gerechtigkeit
Es habe „some accountability“ gegeben, also ein Stück Verantwortung, sagte er. Gerechtigkeit aber hieße für ihn, seinen Bruder zurückzubekommen, und das sei unmöglich. Mit der Verantwortung gebe er sich zufrieden.
Über die Erklärungen der Familie vor Gericht sprach er offen. Er und seine Schwester Sekyiwa „Set“ Shakur hätten vorher mit der Frage gerungen, was sie sagen sollten; er sei stolz auf sie, weil sie trotz aller Gefühle alles ausgesprochen habe. Ihm selbst sei wichtig gewesen, dass die Richterin hört, was Tupac nie bekam: Kinder, eine eigene Familie. Vor Gericht hatte er am 13. Oktober gesagt: „All Pac got was a death sentence“, Pac habe nur ein Todesurteil bekommen.
„Eine massive Sicherheitslücke“
Mit dem Urteil sind für Mopreme die Fragen nicht beantwortet. Die Anklage habe der Familie früh erklärt, sie halte den Fall bewusst eng und gehe nur gegen Davis vor, weil nur gegen ihn genug Beweise vorlägen. Für ihn sei klar, dass mehr Menschen beteiligt waren. Vor allem will er wissen, warum es in jener Nacht nach der Schlägerei im MGM Grand bei Death Row eine „massive security failure“ gab, eine massive Sicherheitslücke rund um den wichtigsten Künstler des Labels. Belege für weitere Beteiligte legte er nicht vor; die Staatsanwaltschaft plant nach eigenen Angaben keine weiteren Anklagen.
Er erinnerte sich auch an die Tage im Krankenhaus 1996. Tupac habe Schläuche im Mund gehabt und nicht sprechen können, aber versucht, ihm etwas mitzuteilen. Er habe ihm gesagt, er solle erst gesund werden, reden könne man danach.
Ein Film über Gerechtigkeit
Mopreme arbeitet an dem Dokumentarfilm über den Prozess mit, den Passion Pictures produziert (Meldung vom 22. September). Das Rückgrat des Films sei der Prozess, sagte er, eigentlich gehe es aber um die Frage, was Gerechtigkeit nach 30 Jahren bedeutet: für die Familie, für ihn und für die Fans. Die Folge trägt den Titel „There’s More to Come“, es kommt noch mehr.
Davis bestreitet die Tat und hat Berufung angekündigt, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Den Stand des Verfahrens fasst das Dossier Der Fall „Keffe D“ zusammen, das Strafmaß die Meldung vom 13. Oktober.