Meldung vom 1. Oktober 1998
Sierra Leone: Rebellen überfallen eine Stadt in Tupac-T-Shirts
Mehr als 100 Kämpfer in Shirts mit seinem Gesicht: Im Herbst 1998 wurde Tupacs Bild in Westafrika zum Erkennungszeichen von Rebellen.
Zwei Jahre nach seinem Tod tauchte Tupacs Gesicht in einem Krieg auf, mit dem er nichts zu tun hatte. Die Nachrichtenagentur Inter Press Service berichtete am 1. Oktober 1998 aus Freetown: Mehr als 100 Kämpfer der Rebellenbewegung RUF und ihrer Verbündeten hätten in jener Woche die Stadt Kukuna im Norden Sierra Leones an der Grenze zu Guinea überfallen, viele in T-Shirts mit Tupacs Bild. Häuser brannten, Menschen wurden getötet und verstümmelt.
Ein Shirt als Uniform
Ein Bauer erzählte, die Leute hätten zuerst an ein Rapkonzert gedacht. In Kukuna galt das Shirt danach als Erkennungszeichen der Rebellen; wer es trug, musste mit Verhören oder Strafen rechnen. Die Regierung bat die Bewohner, das Recht nicht selbst in die Hand zu nehmen: Die Shirts kosteten drei Dollar und seien in jeder größeren Stadt zu kaufen. Ein Offizier erklärte die Wahl nüchtern, eine echte Kampfuniform koste mehr als zehn Dollar.
Schon in den ersten Kriegsjahren, so IPS, sei es Trägern von Bob-Marley-Shirts ähnlich ergangen. Wie Tupacs Bild weltweit weiterlebt, beschreibt Tupac in der Popkultur.