Meldung vom 29. Mai 1998
Orlando Anderson stirbt bei einer Schießerei in Compton
Ein Streit um Geld vor einer Autowaschanlage, drei Tote: Am 29. Mai 1998 starb Orlando Anderson in Compton. Er war 23 Jahre alt und nie angeklagt worden.
Am Nachmittag des 29. Mai 1998 starb Orlando Anderson bei einer Schießerei in Compton. Gegen 15:10 Uhr waren er und ein Begleiter zu einer Autowaschanlage an der Ecke Alondra Boulevard und Oleander Avenue gefahren, wo sich Mitglieder einer rivalisierenden Gang aufhielten. Es kam zum Streit, beide Seiten schossen. Anderson, 23, und ein weiterer Mann starben im Martin Luther King Jr./Drew Medical Center, ein dritter am folgenden Morgen. Der einzige Überlebende wurde unter Mordverdacht festgenommen.
Kein Zusammenhang mit Tupac
Nach Angaben der Polizei ging es um eine unbezahlte Schuld; nichts deute auf eine Verbindung zum Fall Tupac hin. Früher am selben Tag war Andersons Großmutter eines natürlichen Todes gestorben.
Anderson war nie angeklagt worden und hatte jede Beteiligung an den Schüssen in Las Vegas bestritten. Ermittler in Los Angeles hielten ihn noch im Herbst 1997 für verdächtig. Die Polizei in Las Vegas erklärte nach seinem Tod, ihre Ermittlungen seien davon nicht berührt; sie habe Anderson nur befragt und nie als Verdächtigen betrachtet. Im Februar 1997 hatte ihr Ermittler Kevin Manning ihn noch ausdrücklich so bezeichnet. Afeni Shakurs Zivilklage gegen ihn war zu diesem Zeitpunkt noch offen. Wie der Verdacht gegen ihn Jahrzehnte später neu bewertet wurde, zeigt das Dossier Der Fall „Keffe D“.
Orlando „Baby Lane“ AndersonAfeni Shakur: Panther, Mutter, Nachlassverwalterin