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Meldung vom 15. März 1998

Sechs Stunden unter Eid: Orlando Anderson ändert seine Version

Im Zivilverfahren um Tupacs Tod räumte Orlando Anderson ein, 1996 vor Gericht gelogen zu haben. Jede Beteiligung an den Schüssen bestritt er weiter.

Was der Polizei nicht gelang, versuchten die Anwälte von Afeni Shakur im Zivilverfahren. Am 26. Februar 1998 befragten sie Orlando Anderson sechs Stunden lang unter Eid. Mitte März wurde bekannt, dass er dabei wesentliche Punkte seiner früheren Aussagen änderte.

Was er früher gesagt hatte

Im November 1996 hatte Anderson bei der Anhörung zu Suge Knights Bewährung ausgesagt, Knight habe ihn in der Lobby des MGM Grand nicht angegriffen, sondern schlichten wollen. Jetzt sagte er, Knight habe ihn geschlagen und getreten; damals habe er aus Angst um sein Leben gelogen. Auch seine Angaben zur Reise änderten sich: Eine Eintrittskarte für den Tyson-Kampf habe er nie gekauft, ein Wachmann habe ihn durch eine Hintertür eingelassen. Früher hatte er die Frage, ob er zu den Crips gehöre, unter Berufung auf sein Schweigerecht nicht beantwortet; jetzt verneinte er sie.

„Wir haben gezeigt, dass Anderson unter Eid gelogen hat“, sagte Nachlassanwalt Donald David. Andersons Anwältin Renee L. Campbell nannte die Klage gegen ihren Mandanten „frivol“ und warf der Polizei in Las Vegas vor, nie ernsthaft ermittelt zu haben. Die Polizei erklärte, der Fall stehe still, Verdächtige habe sie keine.

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