Meldung vom 22. Januar 1998
Interscope trennt sich von Death Row, Suge Knight spricht aus dem Gefängnis
Rap gegen Alkohol: Im Januar 1998 verlor Tupacs letztes Label seinen Vertrieb. Suge Knight gab aus der Haft sein erstes Interview und griff Seagram an.
Was sich im Sommer 1997 angedeutet hatte, wurde im Januar 1998 vollzogen: Interscope Records beendete die Zusammenarbeit mit Death Row Records. Die Los Angeles Times meldete am 22. Januar, die Trennung werde in der folgenden Woche wirksam. Death Row, das Label von Dr. Dre, Snoop Doggy Dogg und Tupac Shakur, wechselte zu Priority Records in Hollywood.
„Was tötet mehr Kinder?“
Zum ersten Mal seit Beginn seiner Haft gab Suge Knight ein Interview, aus der California Men’s Colony in San Luis Obispo. Er machte Edgar Bronfman Jr. verantwortlich, den Chef des Interscope-Eigentümers Seagram: Ein Konzern, der sein Geld mit Alkohol verdiene, wolle keinen harten Rap mehr veröffentlichen, wegen der Wirkung auf Kinder. Dabei sei die Frage doch, was jedes Jahr mehr Kinder töte, Rap oder Alkohol.
Quellen bei Seagram und Interscope sagten dagegen, es gehe weniger um Texte als um die Ermittlungen gegen das Label: Steuerdelikte, mögliche Verbindungen zu Banden, Drogenhandel und Geldwäsche. Knight zeigte sich enttäuscht; Death Row habe Interscope einst Glaubwürdigkeit auf der Straße verschafft. Die Vorgeschichte: Death Row sucht einen neuen Vertrieb.