Meldung vom 28. Februar 1997
Neun Jahre Gefängnis für Suge Knight
„Ich kann Ihnen nicht trauen“: Wegen der Schlägerei im MGM Grand schickte ein Richter Death-Row-Gründer Suge Knight am 28. Februar 1997 für neun Jahre in Haft.
Nach einer ganztägigen Anhörung verurteilte Richter J. Stephen Czuleger in Los Angeles Suge Knight am 28. Februar 1997 zu neun Jahren Gefängnis. Grundlage war der Widerruf der Bewährung, die er für einen Angriff im Jahr 1992 erhalten hatte: Nach Überzeugung des Richters hatte er sich am 7. September 1996 an der Schlägerei im MGM Grand beteiligt. Bei üblicher Anrechnung guter Führung bedeutete das etwa viereinhalb Jahre; rund ein Jahr hatte Knight bereits abgesessen.
Eine Rede, die nicht half
Knight sprach eine Viertelstunde, zählte seine guten Taten auf und versprach, nie wieder ein Album mit dem N-Wort zu veröffentlichen. Unterstützer aus der Gemeinde lobten ihn. Czuleger sah dennoch ein „Gefahrenelement“ und sagte: „Ich kann Ihnen nicht trauen. Ich wünschte, ich könnte es.“
Zuvor hatten Knights Anwälte versucht, den Widerruf zu kippen. Sie stützten sich auf eine eidesstattliche Erklärung der Polizei vom 25. September 1996, die zeigte, dass die Ermittler schon wenige Tage nach den Schüssen Orlando Anderson ins Auge gefasst hatten. Mit Knight in Haft stand die Zukunft von Death Row Records infrage, denn nach kalifornischem Recht darf ein Häftling kein Unternehmen führen.