1996-09391 Wörter · 2 Min.
Tupac in Las Vegas: Die Tage auf der Intensivstation
Sechs Tage vergingen in Las Vegas zwischen dem Attentat und Tupacs Tod. Eine Meldung aus dem September 1996 fasst zusammen, was damals bekannt war.
Original: „Tupac Shakur Shooting Update“ · Music Boulevard (Music Wire) · Lynda Lane · September 1996
Am Sonntagabend, dem 8. September, operierten Ärzte im University Medical Center in Las Vegas einen Schwerverletzten: Tupac Shakur lag nach den Schüssen auf der Intensivstation. In diesen Tagen der Ungewissheit verfasste Lynda Lane für Music Boulevard (Music Wire) einen Lagebericht.
Ärzte entfernten den rechten Lungenflügel
Die Autorin meldete, was Kliniksprecher Dale Pugh bestätigte: Tupac schwebte in kritischem Zustand, weitere Eingriffe seien möglich. Wegen schwerer innerer Verletzungen verlor er den rechten Lungenflügel. Er sei mehrfach getroffen worden, dreimal in die Brust.
Lane schilderte den Tathergang so, wie er damals bekannt war: Gegen 23:15 Uhr am Samstag, dem 7. September, fuhren Tupac und Suge Knight nach dem Boxkampf Mike Tyson gegen Bruce Seldon zu einem Nachtclub. Ein Tross von rund zehn Autos folgte ihnen. Ein weißer viertüriger Cadillac hielt neben ihrem Wagen, aus dem Auto wurde geschossen. Knight erlitt eine leichte Kopfverletzung und wurde am Sonntag entlassen. Death Row wollte sich noch nicht äußern und plante eine Pressekonferenz mit Tupacs Mutter. Verdächtige gab es keine.
Vier Kugeln aus einer Glock
Die medizinischen Angaben bestätigten sich. Im Mordprozess 2026 erklärte die Gerichtsmedizin, dass eine Kugel die Brust durchschlug, die Lunge kollabieren und bluten ließ. Die Ärzte entfernten den beschädigten Lungenflügel. Insgesamt trafen Tupac vier Kugeln aus einer Glock-Pistole vom Kaliber .40. Nach den Operationen versagte die Atmung. Afeni Shakur entschied, die Behandlung zu beenden. Er starb am 13. September 1996 um 16:03 Uhr.
Auch der Tatort ist heute genau bekannt: die Kreuzung East Flamingo Road und Koval Lane, wenige hundert Meter vom Strip entfernt. Ziel des Konvois war Club 662, ein Lokal von Suge Knight, wo Tupac bei einer Benefizveranstaltung auftreten sollte. Kurz vorher hatten Fahrradpolizisten den BMW wegen zu lauter Musik angehalten.
Ein Schuldspruch nach drei Jahrzehnten
Die Lücke „keine Verdächtigen“ blieb lange offen. Schon am Tatabend hatte Tupacs Gruppe im MGM Grand Orlando Anderson verprügelt, ein Mitglied der Southside Crips. Dieser Vorfall rückte erst Tage später ins Blickfeld. Andersons Onkel Duane „Keffe D“ Davis wurde 2023 angeklagt und am 31. August 2026 in Las Vegas des Mordes schuldig gesprochen (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026). So wurde aus der ersten Meldung ein jahrzehntelanges Verfahren.
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Personen in diesem Text
Suge KnightDeath Row RecordsAfeni Shakur: Panther, Mutter, Nachlassverwalterin