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1997406 Wörter · 2 Min.

„So Sue Me“: Die 300-Millionen-Dollar-Klagen gegen Death Row

SPIN listet 1997 die Zivilklagen gegen Death Row auf: über 300 Millionen Dollar, darunter die des Tupac-Nachlasses. Was daraus wurde.

Original: „So Sue Me“ · SPIN, Rubrik „Exposure“ · ohne Autorenangabe · 1997

Suge Knight saß wegen Bewährungsverstößen im Gefängnis. Die Steuerbehörde IRS und die Drogenfahndung DEA ermittelten über eine Bundes-Grand-Jury gegen die Geschäfte seines Labels. In dieser Lage prasselte 1997 eine Welle von Zivilklagen auf Death Row ein. Das Magazin SPIN fasste es mit einem prägnanten Satz zusammen: „Der am härtesten arbeitende Mann im Showgeschäft ist vielleicht Suge Knights Anwalt“. Binnen eines Jahres summierten sich die Forderungen auf über 300 Millionen Dollar.

Die Vorwürfe: Erfundene Mieten, Drohungen und offene Rechnungen

Die Liste der Kläger reichte von Geschäftspartnern bis zu Kreditkartenfirmen. Afeni Shakur und Nachlassverwalter Richard Fischbein verlangten 150 Millionen Dollar. Ihr Vorwurf: Death Row habe Tupac mit erfundenen Ausgaben belastet, darunter Miete für Wohnungen, in denen er nie wohnte, und Schmuck, den Knight ihm geschenkt habe. Zudem gehörten dem Nachlass 152 unveröffentlichte Songs.

Auch andere Weggefährten zogen vor Gericht. Produzent Johnny „J“ Jackson, der an All Eyez on Me mitgearbeitet hatte, forderte ausstehende Honorare. Er warf dem Label zudem vor, Künstler mit Drohungen zum Verzicht gedrängt zu haben. Dick Griffey und Tracy „The D.O.C.“ Curry sahen sich als Mitgründer und forderten ebenfalls 150 Millionen. Dazu kamen American Express wegen unbezahlter Kreditkartenrechnungen über 1,6 Millionen, eine Stylistin und ein Konzertbesucher, der 1993 verprügelt worden sein soll. Death Row bestritt fast alles.

Forderungen sind keine Urteile: Die Einigung von 1997

Bei solchen Summen ist Vorsicht geboten: Klageforderungen sind keine Urteile. Die 150 Millionen Dollar des Nachlasses lagen weit über den 17 Millionen, die im April 1997 gemeldet wurden. Vermutlich handelte es sich um eine erweiterte Fassung der Klage, belegen ließ sich das nicht.

Sicher ist der Ausgang. Noch 1997 einigten sich Afeni Shakur und Death Row: Sie bekam das Recht, rund 100 unveröffentlichte Death-Row-Aufnahmen zu veröffentlichen. Das Label behielt die Masterbänder von All Eyez on Me und The Don Killuminati. Wie die Klage von Griffey und The D.O.C. endete, ist nicht dokumentiert; in vielen Darstellungen gelten sie heute als Mitgründer des Labels.

Für Death Row war die Klageflut der Anfang vom Ende

2006 meldete das Label Insolvenz an, nachdem Lydia Harris, Ehefrau des frühen Geldgebers Michael „Harry-O“ Harris, ein Urteil über 107 Millionen Dollar gegen Knight erstritten hatte. 2009 wurde der Katalog versteigert und wechselte danach mehrfach den Besitzer. Suge Knight verbüßt seit 2018 eine Strafe von 28 Jahren wegen Totschlags.

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