1996-02398 Wörter · 2 Min.
Eine gute Woche für Death Row: Snoop frei, Tupac vorn, Interscope verkauft
Snoop freigesprochen, Tupac auf Platz 1 und MCA kauft sich ein: Wie Death Row Ende Februar 1996 den Höhepunkt seiner Macht erlebte.
Original: „A Good Week For Death Row and Interscope“ · Music Boulevard (Music Wire) · Peter Hagopian · Februar 1996
Drei Nachrichten in einer einzigen Februarwoche 1996, eine Botschaft: Für Death Row Records lief es blendend. Peter Hagopians Bericht für Music Boulevard fing den Moment ein, in dem für das Label alles zusammenkam: Erfolg vor Gericht, ein Triumph in den Charts und ein Millionendeal im Hintergrund.
Freispruch, Spitzenplatz und 200 Millionen Dollar
Erstens wurden Snoop Doggy Dogg (bürgerlich Calvin Broadus) und sein Leibwächter McKinley Lee am Dienstag, dem 20. Februar 1996, vom Vorwurf des Mordes freigesprochen. Es ging um den Tod von Philip Woldemariam 1993; beide hatten sich auf Notwehr berufen. Über den Vorwurf des Totschlags beriet die Jury noch.
Zweitens zeichnete sich ab, dass Tupacs Death-Row-Debüt All Eyez on Me in den Top fünf, wenn nicht direkt auf Platz 1 der Billboard-Albumcharts einsteigen würde.
Drittens meldete Reuters, dass MCA Music am 21. Februar die Hälfte von Interscope Records gekauft hatte. Über Interscope lief der Vertrieb von Death Row und Trent Reznors Nothing Records. Der Preis wurde nicht genannt, im Gespräch waren rund 200 Millionen Dollar.
Bestätigt auf ganzer Linie, kurz vor dem Zerfall
Alle drei Meldungen haben sich bestätigt. Bei Snoop endete der Prozess mit Freisprüchen vom Mord ersten und zweiten Grades. Beim Totschlagsvorwurf konnte sich die Jury nicht einigen; die Anklage ließ ihn danach fallen. Die Familie des Opfers zog später vor ein Zivilgericht. All Eyez on Me stieg tatsächlich auf Platz 1 ein. Und MCA, das spätere Universal Music, übernahm 50 Prozent von Interscope, laut New York Times für rund 200 Millionen Dollar.
Warum Interscope überhaupt zu haben war, gehört zur Vorgeschichte des Deals: Time Warner hatte seine Hälfte 1995 unter politischem Druck abgegeben. Gangsta-Rap-Gegner wie C. Delores Tucker hatten den Konzern wegen der Texte von Death-Row-Künstlern und von Tupac öffentlich angegriffen. MCA stieg ein, als das Label gerade seinen größten Erfolg feierte.
Rückblickend war diese Woche der Höhepunkt. Wenige Wochen später verkündete Dr. Dre seinen Abschied von Death Row. Im September wurde Tupac in Las Vegas erschossen, im Herbst kam Suge Knight in Haft. Snoop blieb noch bis 1998 beim Label. Interscope stieg in den folgenden Jahren zu einer der wichtigsten Plattenfirmen der USA auf.
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