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25.11.1997476 Wörter · 2 Min.

„R U Still Down?“ erscheint

25. November 1997: „R U Still Down?“ erscheint, mit Archivaufnahmen, einem Himmelsbus voller Toter und einer trauernden Mutter im Magazin „People“.

Original: „Tupac’s Posthumous Album Released“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 25. November 1997

Am 25. November 1997 meldete MTV News, Tupac Shakurs „irdische Karriere“ gehe weiter: Das neue Album, vom Sender damals noch „Are You Still Down“ genannt, stand in den Läden. Die Doppel-CD versammelte unveröffentlichte Aufnahmen aus den Jahren 1991 bis 1994 und erschien bei Jive in Zusammenarbeit mit Tupacs Mutter Afeni Shakur.

Der Rest der Meldung drehte sich um das Drumherum. Das erste Video zu I Wonder If Heaven Got a Ghetto sollte an Tupacs Clip zu I Ain’t Mad at Cha erinnern: Ein Tupac-Doppelgänger steuert einen Bus in den Himmel und sammelt unterwegs andere verstorbene Stars ein. In derselben Woche zeigte das Magazin People ein Foto des siebenjährigen Tupac. Afeni Shakur erzählte dort, dass sie bei Dear Mama noch jedes Mal weine und dass ein Teil der Asche ihres Sohnes ihren Gemüsegarten gedüngt habe.

Platz 2 hinter Garth Brooks: 549.000 Alben in Woche eins

Der Verkaufsstart wurde ein Erfolg, wenn auch knapp an der Spitze vorbei. In der Billboard-Ausgabe vom 13. Dezember 1997 stieg R U Still Down? (Remember Me) auf Platz 2 der Albumcharts ein. Davor stand nur Garth Brooks mit Sevens, das in derselben Woche erschienen war. Laut Variety verkaufte Tupacs Album in der ersten Woche 549.000 Exemplare, damals der fünftbeste Start eines Rap-Albums. Billboard führt das Album heute mit vierfachem Platin der RIAA.

Für Afeni Shakurs junges Label Amaru war das ein Ausrufezeichen. Die erste eigene Veröffentlichung aus dem Nachlass musste sich laut Variety nur dem stärksten Albumstart des ganzen Jahres geschlagen geben.

Ein Bus voller Toter und die Frage, ob er noch lebt

Das Video drehte Lionel C. Martin, der laut MTV schon bei Tupacs Dear Mama-Clip Regie geführt hatte. Die Bus-Idee sorgte für Stirnrunzeln, auch bei MTV selbst. Martin erklärte, Tupac sei als Persönlichkeit so stark, dass er für viele gar nicht wirklich tot sei. Deshalb habe man nach der Schießszene bewusst eine Tür offen gelassen: „left a possibility, however small it might be, that he’s still alive“ (eine Möglichkeit, so klein sie auch sei, dass er noch lebt).

Damit spielte das Video mit den Gerüchten, Tupac habe seinen Tod nur vorgetäuscht. MTV hatte darüber schon im Januar 1997 berichtet, und der stete Nachschub neuer Musik gab ihnen eher noch Nahrung.

Mehr als die Mutter: Afeni Shakur übernimmt das Werk

Die Details in People zeigen, wie öffentlich Afeni Shakur ihre Trauer und ihre neue Rolle zugleich lebte. Sie war nicht mehr allein die Mutter des Verstorbenen, sondern Herausgeberin seines Werks. Ihre Zuversicht, dass genug Material für viele Jahre vorhanden sei, sollte sich bestätigen: Noch 2001 stieg Until the End of Time auf Platz 1 der Billboard-Albumcharts ein, 2002 Better Dayz auf Platz 5.

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