05.02.1997394 Wörter · 2 Min.
Afeni Shakur rechnet mit Polizei und Death Row ab
Kein Haus, kein Auto, keine Mörder hinter Gittern: Wie Afeni Shakur im Februar 1997 mit der Polizei von Las Vegas und Death Row abrechnete.
Original: „Tupac’s Mother Criticizes Vegas Police, Death Row“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 5. Februar 1997
Fünf Monate nach den Schüssen in Las Vegas traten die Ermittlungen auf der Stelle, und Tupacs Mutter ging in die Offensive. Anfang Februar 1997 fasste MTV drei Meldungen zusammen.
Drei Verdächtige, aber keine Beweise
Laut Los Angeles Times hatte die Polizei in Las Vegas ihre Liste auf drei Männer aus Los Angeles verkleinert. Darunter war Orlando Anderson, ein mutmaßliches Mitglied der Crips aus Compton, den Tupac und seine Begleiter Stunden vor der Tat im MGM Grand verprügelt hatten. Die Ermittler glaubten, er habe den Tatwagen gefahren, hatten aber keine harten Beweise. Ohne neue Zeugen gab es keine Aussicht auf eine Festnahme.
„So gut wie nichts“: Afeni Shakur im Fernsehen
In der ABC-Sendung PrimeTime Live ging Afeni Shakur mit der Polizei und mit Death Row hart ins Gericht. Ihr Sohn habe „so gut wie nichts“ besessen; das Haus, das er gerade gekauft zu haben glaubte, und der geliebte Rolls-Royce hätten gar nicht ihm gehört.
Zeitgleich kündigte Vanity Fair eine große Geschichte über Tupacs Verhältnis zu Death Row und die Geschäfte des Labels an. Suge Knights Anwalt David Kenner drohte mit einer Klage.
Kein Verfahren gegen Anderson, Mordurteil 2026
Der Verdacht gegen Anderson wurde nie zur Anklage. Er bestritt jede Beteiligung und starb im Mai 1998 bei einer anderen Schießerei in Compton. Die Rolle als Fahrer des Wagens, die ihm die Ermittler 1997 zuschrieben, deckt sich nicht mit späteren Darstellungen.
Duane „Keffe D“ Davis, sein Onkel, beschrieb Jahre später selbst, wer im weißen Cadillac saß, und wurde am 31. August 2026 in Las Vegas des Mordes schuldig gesprochen (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026).
17 Millionen Dollar Klage und der Blick hinter die Fassade
Afenis Vorwürfe führten wenige Wochen später zu einer Klage gegen Death Row über 17 Millionen Dollar wegen nicht gezahlter Tantiemen. Ihr Kernpunkt, dass Tupac trotz Millionenumsätzen kaum eigenes Vermögen besessen hatte, zog sich durch alle späteren Verfahren. Mit dem Vergleich von 1997 bekam sie die Kontrolle über die unveröffentlichten Aufnahmen.
Der Vanity-Fair-Artikel erschien im Märzheft 1997 unter dem Titel „To Die Like A Gangsta“. Robert Sam Anson zeichnete darin Tupacs Weg zu Death Row nach und beschrieb zugleich eine weniger bekannte Seite: sein Geld für Jugendprojekte in Los Angeles.