20.05.1997370 Wörter · 2 Min.
Tupac als Gast auf dem Bone-Thugs-Doppelalbum
Mai 1997: Bone Thugs-N-Harmony kündigen ihr Doppelalbum an, mit Tupac auf „Thug Luv“. Für MTV neuer Stoff für die These, Tupac lebe noch.
Original: „Tupac To Appear On Bone Thugs Double Album“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 20. Mai 1997
Im Mai 1997 arbeiteten Bone Thugs-N-Harmony am Feinschliff von The Art of War. Das Doppelalbum sollte im Juli erscheinen, aufgeteilt in zwei Discs namens „World War One“ und „World War Two“. Unter den Gästen führte MTV die Mo Thugs Family auf, und einen Toten: Tupac Shakur, angekündigt für den Song „Thug Love“der korrekt Thug Luv heißt.
MTV vermutete trocken, dieser Auftritt werde Anhängern der These „Tupac lebt“ neuen Gesprächsstoff liefern. Als Vorboten kündigte der Bericht die Single Look Into My Eyes für den 3. Juni an, die zeitgleich auf dem Soundtrack zu Batman & Robin stehen sollte.
Platz 1 für das Doppelalbum, Platz 4 für die Single
Die Rechnung ging auf. The Art of War erschien Ende Juli 1997 und stieg in der Billboard-Ausgabe vom 16. August auf Platz 1 der Albumcharts ein. Auch die Single hielt, was der Bericht versprach: Look Into My Eyes kam im Juni 1997 direkt auf Platz 4 der Hot 100, in der Chartliste ausdrücklich mit dem Zusatz „From Batman & Robin“.
Die von MTV genannte Zahl von 29 Titeln war allerdings kein starres Maß. Je nach Ausgabe unterscheidet sich die Titelliste; die Vinyl-Fassung zählt etwa 25 Stücke. Dort eröffnet Thug Luv die zweite Platte.
Verse aus der Schublade statt Auferstehung
Für Tupac-Fans war Thug Luv mehr als ein Feature. Der Song gehört zu jenen Aufnahmen, die Tupac noch zu Lebzeiten mit anderen Künstlern eingespielt hatte und die nach seinem Tod nach und nach auftauchten: auf Soundtracks, auf Alben von Weggefährten oder auf Projekten wie Trapps Stop the Gunfight, das im April 1997 mit Strophen von Tupac und Biggie in die Charts kam.
Die Bemerkung über die „Tupac lebt“-Theorien griff MTV keineswegs aus der Luft. Der Sender hatte schon im Januar 1997 über solche Gerüchte berichtet. Jede neue Strophe, jeder neue Song wurde von einem Teil des Publikums als Indiz gelesen. Die nüchterne Erklärung war einfacher: Tupac hatte in seinen letzten Jahren rastlos aufgenommen, und andere Künstler hielten fertige Verse von ihm in der Schublade.