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28.10.1997467 Wörter · 2 Min.

Ein Doppelalbum aus dem Nachlass

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 1997 kündigt Jive „R U Still Down?“ für Afeni Shakurs Label Amaru an, doch MTV meldet die falsche Herkunft der Songs.

Original: „Tupac Double Album On The Way“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 28. Oktober 1997

Ein Doppelalbum fürs Weihnachtsgeschäft

Die Meldung war kurz, aber sie kam pünktlich zum Weihnachtsgeschäft: Jive Records kündigte für den 25. November 1997 ein neues Doppelalbum von Tupac Shakur an. MTV nannte das Werk noch „Are You Still Down, Remember Me“. Jive sollte die Platte für Amaru vertreiben, das Label, das Tupacs Mutter Afeni Shakur gegründet hatte. Die erste Single, I Wonder If Heaven Got a Ghetto, sei bereits auf dem Weg zu den Radiosendern.

MTV meldete außerdem, die Songs stammten aus den Archiven von Death Row Records, Tupacs letztem Label. Afeni Shakur habe Death Row verklagt, um die Kontrolle über diese Aufnahmen zu bekommen. Der Artikel schloss mit dem Hinweis, dass seit Tupacs Tod in Las Vegas ein stetiger Strom fertiger Musik- und Filmprojekte erschienen sei.

Aus den Interscope-Jahren, nicht von Death Row

Der Kern der Ankündigung stimmte: Das Album erschien am 25. November 1997 als R U Still Down? (Remember Me). Billboard führt es unter dem Label Amaru/Jive. Es war die erste Veröffentlichung von Afeni Shakurs eigenem Label, der Beginn einer Phase, in der die Familie selbst über Tupacs Erbe entschied.

Falsch war dagegen die Herkunft der Songs. MTV korrigierte sich schon am nächsten Tag: Das Material wurde zwischen 1991 und 1994 aufgenommen, als Tupac bei Interscope unter Vertrag stand. Death Row hatte ihn erst 1995 von Interscope geholt. Die Doppel-CD war also ein Blick zurück auf die Jahre vor All Eyez on Me, nicht auf die Death-Row-Zeit. Zur neuen Vereinbarung gehörte laut MTV auch, dass Jive künftig Tupacs vier Interscope-Alben exklusiv vertreiben sollte.

Streit um 17 Millionen Dollar Tantiemen

Auch die Begründung mit der Klage verkürzte die Lage. Afeni Shakur hatte im April 1997 Death Row und den inhaftierten Labelchef Suge Knight verklagt, nach Angaben der Nachrichtenagentur AP auf 17 Millionen Dollar. Es ging dabei um Tantiemen, die das Label ihrem Sohn vor allem für All Eyez on Me schuldig geblieben sein soll, nicht um die Bänder, aus denen R U Still Down? entstand. Die Auseinandersetzungen zwischen Nachlass und Label zogen sich über Jahre und füllen im Archiv eigene Meldungen.

Vier postume Projekte in zwölf Monaten

Der Schlusssatz der Meldung war keine Übertreibung. Binnen eines Jahres nach Tupacs Tod erschienen das Makaveli-Album The Don Killuminati: The 7 Day Theory (November 1996), der Film Gridlock’d samt Soundtrack, der im Februar 1997 Platz 1 der Billboard-Albumcharts erreichte, sowie im Oktober 1997 der Film Gang Related, dessen Soundtrack auf Platz 2 einstieg. R U Still Down? setzte diese Reihe fort, zum ersten Mal unter der Regie seiner Mutter.

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