13.09.1996411 Wörter · 2 Min.
MTV News 1996: 14 Schüsse und ein Nachruf
Tupacs Tod auf MTV: Chris Connelly rekonstruiert die Schüsse in Las Vegas, während die Polizei damals die erste heiße Spur verwirft.
Original: „Rapper Tupac Shakur Gunned Down“ · MTV News · Bericht von Chris Connelly, mit Rückblick · 13. September 1996
Die Ärzte gaben ihm anfangs eine Chance von eins zu fünf. Nach vier Treffern und einer knappen Woche am Beatmungsgerät auf der Intensivstation des University Medical Center in Las Vegas starb Tupac am 13. September 1996. MTV widmete ihm am selben Tag eine lange Sondersendung. Sie beginnt im Krankenhaus, zeigt die Wache haltende Mutter Afeni Shakur und Besucher wie Jesse Jackson, Vertreter der Nation of Islam und Hammer.
14 Schüsse an der Koval Lane
Vor Ort rekonstruiert Reporter Chris Connelly die Nacht vom 7. September. Sie begann mit dem Kampf Tyson gegen Seldon im MGM Grand, der nach weniger als zwei Minuten vorbei war. Eigentlich wollte Suge Knight danach in seinem Club 662 feiern. Doch um 23:15 Uhr hielt ein weißer Cadillac an der Kreuzung Flamingo Road und Koval Lane auf der Beifahrerseite von Knights schwarzem BMW.
Laut Connelly fielen 14 Schüsse. Sie trafen Tupac zweimal in die Brust, einmal in den Arm und einmal in den Oberschenkel. Knight wendete mit einem platten Reifen und kam bis zur Ecke Las Vegas Boulevard/Harmon Avenue, wo ihn eine Fahrradstreife stoppte. Wie ein Kliniksprecher berichtete, wurde Tupac die rechte Lunge entfernt. Knight selbst sagte der Polizei lediglich, er habe „heard something, but saw nothing“.
Vom Durchbruch bis zur Kaution
Der zweite Teil der Sendung ist ein Nachruf. Er spannt den Bogen von Digital Underground über das Debüt 2Pacalypse Now und den Film Juice bis zu Songs wie Brenda’s Got a Baby und Keep Ya Head Up. Auch die Gerichtsverfahren ab 1993, die Schüsse im Quad Studio 1994 und die Haft bleiben nicht ausgespart. Darauf folgten Me Against the World auf Platz 1, die Kaution von Death Row und All Eyez on Me. Dazwischen erinnert sich Regisseur Allen Hughes an einen nachdenklichen Tupac, der zwischen den Takes schrieb. (Die alte Archivseite nannte hier irrtümlich Ernest Dickerson und schrieb das Debüt „2Pacolypse“.)
Eine fatale Fehleinschätzung
Aus heutiger Sicht bemerkenswert ist ein Detail am Rande: Die Polizei hatte zwar Videos der Prügelei im MGM Grand gesichtet, den dortigen Beteiligten aber als Verdächtigen ausgeschlossen.
Anfang Oktober 1996 bestätigte ein Anwalt, dass es sich um Orlando Anderson handelte. Gut ein Jahrzehnt später sprach sein Onkel Duane „Keffe D“ Davis über seine eigene Rolle bei dem Mord. Am 31. August 2026 wurde Davis in Las Vegas schuldig gesprochen, mit der Prügelei als Motiv (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026).
Personen in diesem Text
Suge KnightAfeni Shakur: Panther, Mutter, NachlassverwalterinDigital UndergroundSnoop Dogg