06.08.1997343 Wörter · 2 Min.
Tupacs Vater Billy Garland sagt vor Gericht aus
Ein signiertes Foto als Beweis, 18 Jahre Abwesenheit als Vorwurf: Im August 1997 stritten Billy Garland und Afeni Shakur vor Gericht um Tupacs Nachlass.
Original: „Tupac Shakur’s father testifies“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · ohne Autorenangabe · 6. August 1997
„To pops, tell my family to come see me.“ Mit dieser Widmung auf einem Foto trat William „Billy“ Garland im August 1997 vor Gericht in Los Angeles auf. Im Streit um Tupacs Nachlass sagte sein leiblicher Vater aus, Tupac habe ihm das Bild in den Tagen vor seinem Tod signiert. Es war Garlands zentraler Beleg, um einen Anteil am Erbe einzufordern.
Achtzehn Jahre Abwesenheit: Afeni Shakur hält dagegen
Afeni Shakur hielt dagegen: Garland habe seinen Sohn 18 Jahre lang nicht gesehen und verdiene keinen Anteil am Erbe. Garland erklärte die lange Abwesenheit damit, Afeni sei mit dem Kind wie eine „nomad“ von Ort zu Ort gezogen.
Auf dem Gerichtsflur schrie Afeni Shakur ihren Anwalt an. Danach sagte sie einen Satz, der hängen blieb: „I’m the only person in here who lost somebody.“ Garland kenne nicht einmal den Geburtstag ihres Sohnes. Das Verfahren lief ohne Geschworene und sollte im Monat darauf fortgesetzt werden.
99,97 Prozent Vaterschaft, aber kein Anspruch auf das Erbe
Im Dezember 1997 entschied ein Richter am Los Angeles Superior Court: kein Anteil für Garland. Ein DNA-Test hatte seine Vaterschaft zwar mit 99,97 Prozent bestätigt, doch seine belegten Beiträge zu Tupacs Erziehung waren dürftig. Laut Los Angeles Times listete die Verhandlung 820 Dollar, eine Tüte Erdnüsse und eine Kinokarte für Rollerball auf. Nachlassverwalter Richard Fischbein: „Being the designated sperm is not enough.“ Im Oktober 1998 einigten sich beide Seiten laut MTV auf eine Zahlung von 540.000 Dollar plus Anwaltskosten, damit Garland Tupacs Namen nicht vermarkten kann.
Wiedersehen im Krankenhaus: Die Vorgeschichte von 1994
Die Geschichte ist komplizierter, als der Prozess sie erscheinen ließ. Billy Garland, früher selbst Mitglied der Black Panther Party, besuchte Tupac 1994 nach den Schüssen im New Yorker Quad Studio im Krankenhaus; danach hatten Vater und Sohn wieder Kontakt. Mehr dazu auf seiner eigenen Seite.
Korrektur zum Archivtext: Tupac starb am 13. September 1996, sechs Tage nach den Schüssen, nicht am 15. September nach fünf Tagen.
Personen in diesem Text
Billy GarlandAfeni Shakur: Panther, Mutter, Nachlassverwalterin