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1995488 Wörter · 2 Min.

Tony Patrick: Tupac über Panther-Erbe und Respekt (1995)

Im Gespräch mit dem Journalisten Tony Patrick spricht Tupac über seine Panther-Familie, Respektlosigkeit im Hip-Hop und warum Frieden Wohlstand braucht.

Original: Interview mit Tupac · Tony Patrick · laut Archivangabe 1995 · Medium unbekannt

Wann und wo

Tony Patrick ist als Journalist belegt, der Tupac interviewt hat. Die Autorin Cathy Scott zitiert in ihrem Buch über den Mord an Tupac einen Satz, den Tupac „dem Journalisten Tony Patrick“ gesagt habe. Später kam Patrick in der Videobiografie Thug Immortal zu Wort. Dort beschrieb er Tupac als jemanden mit einer besonderen Ausstrahlung.

Wo das Gespräch erschien, ist nicht bekannt. Das Archiv datiert es auf 1995, belegen ließ sich das nicht. Patrick erwähnt zu Beginn, er habe für eine Rezension von Tupacs Album dessen Biografie gelesen. Um welches Album es ging, sagt der Auszug nicht. Einiges im Gespräch passt auch zu einer früheren Phase, etwa Tupacs Satz, er komme „von ganz unten“ und bekomme nun, wofür er gearbeitet habe. Das Jahr bleibt deshalb eine Archivangabe.

Worüber gesprochen wurde

Patrick beginnt mit Tupacs Herkunft. Tupac zählt seine Familie auf: seine Mutter Afeni Shakur, Mitglied der „Panther 21“, Mutulu Shakur, den er hier seinen Vater nennt, Geronimo Pratt als Paten und Assata Shakur als „Tante“. Mutulu war sein Stiefvater, sein leiblicher Vater ist Billy Garland, den Tupac nach eigener Aussage erst nach den Schüssen vom November 1994 kennenlernte (VIBE Online 1996). Er komme aus einer langen Reihe von „Soldaten“.

Was die Mutter ihm mitgegeben habe? Als Kind einer alleinerziehenden schwarzen Frau, die zugleich Panther war, sei jeder Tag ein Test gewesen. Dabei gehe es nicht nur um Weiße oder Polizei, sondern darum, wie die Gesellschaft insgesamt mit Menschen umgehe, besonders mit Frauen. Männer könnten sich durchkämpfen, Frauen hätten es viel schwerer:

„I grew up watching that.“ Tupac Shakur im Gespräch mit Tony Patrick

Respekt, Gewalt und Geld

Patrick spricht die Respektlosigkeit gegenüber Frauen und untereinander im Rap an. Tupac gibt ihm recht, es sei „kaputt“. Genau darüber rappe er, damit die Leute es sähen. Er verurteile aber niemanden, der ausraste. Das sei erlerntes Verhalten, „der Hass, den der Hass gemacht hat“. Durchbrechen lasse es sich nur, wenn man Liebe in sich selbst sehe, und Rap könne dabei helfen.

Frieden zu predigen, solange Armut herrsche, werde nicht funktionieren, und Kampagnen nach dem Muster „Just say no“ ebenso wenig. Man müsse eine positive Alternative anbieten.

„You have to offer us a positive solution.“ Tupac Shakur im Gespräch mit Tony Patrick

Zum Schluss geht es um Käuflichkeit in der Musikbranche. Zuerst müssten schwarze Männer Erfolg haben und Geld verdienen, sagt Tupac. Wer nie etwas hatte, greife zu, wenn ihm alles angeboten werde. Deshalb mache er auch Rappern keinen Vorwurf, die sich dem Mainstream zuwenden. Er spielt dabei auf einen „tanzenden MC“ an, ohne ihn zu nennen. Überleben sei die eigentliche Prüfung.

Bedeutung

Das Gespräch ist kurz und schwer einzuordnen. Inhaltlich ist es eines der klarsten Selbstzeugnisse über Tupacs Herkunft aus der Panther-Bewegung und über sein Verständnis von Rap als Spiegel der Verhältnisse. Wer es veröffentlicht hat und wann genau, bleibt offen.