04.11.1995522 Wörter · 2 Min.
Street Heat: Tupac in Las Vegas (November 1995)
Las Vegas, Abend des Kampfs Bowe gegen Holyfield: Tupac erklärt Street Heat seinen Wechsel zu Death Row und kündigt das erste Doppelalbum an.
Original: Gespräch mit Tupac für Street Heat · Las Vegas, laut Bericht am Tag des Kampfs Bowe gegen Holyfield (4. November 1995) · Interviewer nicht namentlich genannt
Wann und wo
Street Heat war 1995 ein landesweit verbreitetes Hip-Hop-Radioprogramm der SW Networks, moderiert von Mike „M-80 Da Bomb“ Elliot vom Magazin The Source. Ob der überlieferte Text auf eine Sendung zurückgeht oder auf eine schriftliche Fassung, lässt sich nicht mehr klären. Der Bericht selbst nennt keinen Interviewer, nur das Team von „Street Heat“. Am Ende dankt er zwei Mitarbeitern von Death Row für die Vermittlung.
Laut Bericht trafen die Reporter Tupac im November 1995 in Las Vegas, am Tag eines Auftritts nach dem Boxkampf Holyfield gegen Bowe. Dieser dritte Kampf zwischen Riddick Bowe und Evander Holyfield fand am 4. November 1995 im Caesars Palace statt. Danach traten Tupac und Tha Dogg Pound laut Bericht im Club 662 auf. Unter den Gästen nennt der Text Mike Tyson, Rappin’ 4-Tay, Tha Alkaholiks und Pepa. Das Gespräch fand im Büro von Suge Knight im hinteren Teil des Clubs statt.
Die Lage im November 1995
Seit dem 12. Oktober war Tupac auf Kaution frei, die Death Row hinterlegt hatte. Er war bei Suge Knight unter Vertrag und arbeitete im Studio am Doppelalbum, das im Februar 1996 als All Eyez on Me erschien.
Worüber gesprochen wurde
Die erste Frage zielt auf den Wechsel von Interscope zu Death Row. War die Kaution der Grund? Nein, sagt Tupac. Er habe Suge schon aus der Haft angerufen und gebeten, sein Manager zu werden, weil sich sonst niemand um seine Geschäfte gekümmert habe. Ein weiterer Grund seien Gerüchte gewesen, Interscope könne sich von Warner trennen. Death Row und er seien wie zwei „Supermächte“, die sich verbünden, um für unzensierten Rap zu kämpfen.
Die Haft habe ihn bitter gemacht, aber er wolle die Bitterkeit in Ehrgeiz verwandeln. Er zählt seine „Züge“ auf: Death Row, ein selbst geschriebener Film, das Doppelalbum, die Scheidung. Jetzt gehe es darum, bei der Musik zu bleiben und Ärger zu vermeiden.
„I’m trying not to be bitter. I’m trying to let that be my ambition.“ Tupac Shakur, Street Heat, 1995
Medien, Filme, Musik
Auf die Frage nach dem „echten“ Tupac sagt er, er sei ein Mensch mit allen Seiten, guten und schlechten. Die Medien zeigten nur eine, und das treffe vor allem junge schwarze Männer aus den Städten. Er wolle sich davon aber nicht aufhalten lassen:
„When the wheels fall off, the wheels fall off.“ Tupac Shakur, Street Heat, 1995
Als Schauspieler nennt er sein Drehbuch „Live to Tell“, das er in der Haft geschrieben hatte, und einen geplanten Film mit Snoop. Das neue Album beschreibt er als Gegenstück zu Me Against the World: weniger Botschaft, mehr Ventil für elf Monate Haft, schnelle Stücke statt trauriger.
Bedeutung
Das Gespräch ist eines der ersten nach der Entlassung und zeigt Tupac in der Rolle des neuen Death-Row-Stars, mitten in Suges Welt aus Boxkämpfen und Clubnächten. Las Vegas, Suge Knight, ein Kampfabend und der Club 662: Zehn Monate später sollten dieselben Orte zur Kulisse der Nacht werden, in der Tupac angeschossen wurde (siehe Shooting 1996).
Personen in diesem Text