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1993515 Wörter · 2 Min.

Right On! 1993: Zwischen Bishop und Lucky

Vor Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z. und Poetic Justice spricht Tupac mit Right On! über Zensur, Thug Life, Janet Jackson und seine zwei Seiten.

Original: Interview · Right On! · Autor nicht überliefert · laut Archivangabe 1993, Ausgabe nicht ermittelt

Wann und wo

Ein Jahr nach dem ersten Gespräch kam das New Yorker Teenagermagazin Right On! erneut auf Tupac zurück. Ausgabe und Autor sind nicht überliefert. Der Vorspann gibt den Zeitpunkt vor: Tupac bereitet die Veröffentlichung von Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z… vor, das am 16. Februar 1993 erschien, und Poetic Justice von John Singleton mit Janet Jackson kommt „bald“ in die Kinos (Start: 23. Juli 1993). Geführt wurde das Interview also um die Jahreswende 1992/93, erschienen ist es laut Archiv 1993.

Die Lage

Das Magazin beschrieb Tupac an einem „seltsamen Punkt“ seiner Karriere: gefeiert für seine Rolle als Bishop in Juice, zugleich angefeindet wegen 2Pacalypse Now, das 1992 sogar Vizepräsident Dan Quayle öffentlich verurteilt hatte. Seine Antwort auf die Frage, wie es ihm gehe, fasste das zusammen: „Kämpfen und überleben.“

Zensur und Thug Life

Das neue Album sei „strictly“ für seine Leute, sagte Tupac, entstanden auch, weil ihn Fanbriefe zum Weitermachen ermutigt hätten. Eigentlich habe es Troublesome 21 heißen sollen, doch Time Warner habe Inhalte beanstandet. Was er dort nicht sagen durfte, wollte er auf einem Straßenalbum mit seinen Freunden unterbringen: Thug Life. Damit stelle er sich auf die Seite der Menschen „ganz unten“, statt wie andere wegzuziehen und so zu tun, als sei alles besser geworden. Das Projekt erschien im September 1994 als Thug Life: Volume 1.

Die Texte habe er komplett selbst geschrieben und alles mitproduziert, unter anderem mit Stretch, DJ Bobcat und Digital Underground. Die Gruppe gebe es weiterhin; er habe einen Song für ihr neues Album beigesteuert.

Lucky, Bishop und Janet Jackson

In Poetic Justice spielt Tupac Lucky, einen Postboten und alleinerziehenden Vater. Den Unterschied zu Bishop aus Juice erklärte er so: Bishop sei am Abgrund zerbrochen, Lucky gebe sein Bestes. Und er selbst?

„Mess with me and I turn into Bishop real fast. Leave me alone and I will be Lucky.“ Tupac Shakur, Right On!, 1993

Über Janet Jackson sagte er nur Gutes: Er sei oft bei ihr zum Essen eingeladen gewesen, sie sei „cool und lieb“. Die Schauspielerei nehme er ernst, aber in einer Welt, in der Polizisten junge schwarze Männer grundlos schikanierten, könne er sie nicht so ernst nehmen wie das Atmen.

Pläne und Ausblick

Er hatte eine Produktionsfirma gegründet, managte andere Gruppen, wollte ein Drehbuch schreiben und arbeitete an „Thug International“, um „Thugs im ganzen Land“ zu vereinen. Am aktuellen Rap störte ihn, dass alle nur noch schneller, lauter und verrückter rappen wollten. Auf die Frage, wo er in zehn Jahren stehen wolle, antwortete er knapp:

„Alive ten years from now!“ Tupac Shakur, Right On!, 1993

Bedeutung

Das Interview zeigt den Übergang vom Newcomer zum Star, und den Moment, in dem „Thug Life“ vom Tattoo zum Programm wurde. Die Spannung zwischen „Bishop“ und „Lucky“die er hier selbst benennt, begleitete ihn bis zum Ende. Seine Antwort auf die letzte Frage liest sich heute bitter: Er wurde 25 Jahre alt.

Weiterlesen: Strictly 4 My N.I.G.G.A.Z. · Poetic Justice · Thug Life · Right On! 1992

Personen in diesem Text

Digital UndergroundThug Life