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1992510 Wörter · 2 Min.

Right On! 1992: Tupac nach Juice

Anfang 1992, mit 20 Jahren: Tupac spricht mit dem Teenagermagazin Right On! über Juice, das retuschierte Filmplakat, seine Jugend und seine ersten Projekte.

Original: Interview · Right On! · Autor nicht überliefert · laut Archivangabe 1992, Ausgabe nicht ermittelt

Wann und wo

Right On! war seit 1971 das Teenagermagazin für junge afroamerikanische Leser, eine Art schwarzes Gegenstück zu Tiger Beat: Starporträts, Poster, Interviews. Dass Tupac hier auftauchte, zeigt, wie schnell er nach Juice auch für ein junges Publikum interessant wurde. Ausgabe und Autor sind nicht überliefert. Der Inhalt datiert das Gespräch auf Anfang 1992: Juice läuft bereits (Kinostart 17. Januar 1992), die Plakate hängen „überall“und Tupac gibt sein Alter mit 20 an, 21 wurde er am 16. Juni 1992.

Die Lage

Tupac war plötzlich an drei Fronten gefragt: als Schauspieler, als Solokünstler mit 2Pacalypse Now und weiterhin als Mitglied von Digital Underground. „Hektisch“ nannte er das, aber genau so habe er es gewollt.

Juice und das Plakat

Zur Rolle sei er durch Zufall gekommen: Er habe seinen Freund Money B zum Vorsprechen begleitet, man habe ihn für Treach von Naughty by Nature gehalten und lesen lassen. Danach sei er rund zwanzigmal zurückgeflogen worden. Die Dreharbeiten beschrieb er als Knochenarbeit mit endlosen Tagen.

Deutlich wurde er beim Filmplakat: Laut Interview war die Pistole aus dem ursprünglichen Motiv wegretuschiert worden. Tupac verwies darauf, dass Christian Slater im Werbemotiv zu Kuffs direkt daneben eine Waffe halten durfte, und auf weiße Actionhelden wie Bruce Willis oder Arnold Schwarzenegger. Für ihn eine Doppelmoral: Schwarze Darsteller dürften keine Waffe zeigen, weiße schon.

Jugend und Digital Underground

Offen sprach er über die Zeit in Baltimore: kein Geld, die Mutter drogenabhängig, eine Fehlgeburt in der Familie. Er sei nach Kalifornien gegangen, um zu überleben, und habe zunächst bei der Frau seines Paten Geronimo Pratt gewohnt, der damals im Gefängnis saß. Digital Underground nannte er seine „Rettung“einen Zug, auf den Shock G ihn habe aufspringen lassen. Inzwischen habe er nur „seinen eigenen Wagen“.

Pläne und eine Botschaft

2Pacalypse Now solle wahrhaftig sein und jungen schwarzen Männern zeigen, dass er ihre Probleme kenne; „Trapped“ beschrieb er als Hymne über einen Teufelskreis ohne Ausweg. Als Nächstes nannte er „Brenda’s Got a Baby“. Dazu kamen eigene Projekte: eine 18-jährige Rapperin namens Mister, die ohne sexualisierte Bilder für Frauen sprechen sollte, die Kindergruppe Gold und seine Produktionsfirma Underground Railroad.

Für die jungen Leser hatte er eine klare Botschaft:

„We don’t need a thousand rappers. We need 500 rappers and 500 brain people, like scientists and mathematicians.“ Tupac Shakur, Right On!, 1992

Von „Just say no“ hielt er nichts: Jeder müsse seine eigenen Entscheidungen treffen und aus Fehlern lernen. Sich selbst beschrieb er als Zwilling mit zwei Seiten, laut und hart, aber auch Dichter, still und introvertiert, und als Kämpfer:

„I fight from my soul, from my heart.“ Tupac Shakur, Right On!, 1992

Bedeutung

Das Interview zeigt Tupac am Anfang seiner Karriere: verblüfft vom eigenen Erfolg, offen über eine schwere Jugend, schon politisch und voller Ideen für andere. Viele Motive, die später berühmt wurden, die zwei Seiten, der „Soulja“die Doppelmoral der Medien –, sind hier zum ersten Mal deutlich zu hören.

Weiterlesen: Juice · Davey D, 1991 · Right On! 1993