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Freunde1971 bis 2022

Snoop Dogg

Der eine frisch aus der Haft, der andere frisch freigesprochen: Wie Snoop Dogg und Tupac 1996 zu „2 of Amerikaz Most Wanted“ wurden.

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Snoop Dogg auf der Bühne, 1998
Snoop Dogg auf der Bühne, 1998 Foto: Mika Väisänen, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Im April 1996 drehten zwei Rapper ein Video über sich selbst. Der eine war im Oktober 1995 aus der Haft gekommen, der andere im Februar vom Mordvorwurf freigesprochen worden. Der Song hieß 2 of Amerikaz Most Wanted, und er machte Tupac und Snoop Dogg zum Gespann von Death Row.

Von Long Beach auf Platz 1

Calvin Broadus wurde am 20. Oktober 1971 in Long Beach geboren. Mit seinem Cousin Nate Dogg und Warren G rappte er als Jugendlicher im Trio 213, über Warren G kam er zu Dr. Dre. Auf The Chronic (1992) wurde er über Nacht bekannt, sein Debüt Doggystyle stieg im November 1993 auf Platz 1 der Billboard-Charts ein. Gelegentlich wird 1972 als Geburtsjahr genannt, richtig ist 1971.

Angeklagt wegen Mordes, freigesprochen 1996

1993 wurde Snoop wegen Mordes angeklagt. Sein Leibwächter hatte in Los Angeles einen Mann erschossen, Snoop saß am Steuer. Erst am 20. Februar 1996 sprachen die Geschworenen beide vom Mordvorwurf frei. Über den Vorwurf des Totschlags konnten sie sich nicht einigen, er wurde danach fallen gelassen. In diese Zeit fiel die Arbeit an 2 of Amerikaz Most Wanted für All Eyez on Me.

Einen kann man wegsperren, beide nicht

MTV besuchte den Videodreh und berichtete, Tupac führe selbst Regie. Als Regisseur gilt meist Gobi Rahimi, einer von Tupacs Produktionspartnern. Snoop erzählte dort, er habe den Song geschrieben, als sein Prozess begann und Tupac gerade freigekommen war: Man könne einen von ihnen wegsperren, aber nicht beide.

Tupac nannte Death Row ein Team, das „als Einheit“ auftrete. Gemeinsam sind sie auch auf All About U und auf Wanted Dead or Alive aus dem Soundtrack zu Gridlock’d (1997) zu hören.

Nach dem 13. September: Frieden mit Puff Daddy, Bruch mit Knight

Nach Tupacs Tod veränderte sich Snoops Kurs. Im Februar 1997 trat er gemeinsam mit Puff Daddy in der Sitcom The Steve Harvey Show auf, und beide erklärten die Ost-West-Fehde für beendet (mehr unter Ost gegen West). Im März 1997 sagte er MTV, er habe von Tupac gelernt, ein „Workaholic“ zu sein. Deshalb wolle er so schnell wieder ein Album veröffentlichen. 1998 verließ er Death Row und kritisierte danach öffentlich Suge Knight.

Häufig zitiert wird ein DubCNN-Interview, in dem Snoop erklärte, er habe seit Tupacs Tod bewusst keine gemeinsamen Songs veröffentlicht, weil er mit Tupacs Nachlass kein Geld machen wolle. Dieses Zitat ist nur aus zweiter Hand überliefert. Außerdem heißt es, Snoop und Tupac hätten sich vor Tupacs Tod wegen Bad Boy zerstritten, und Snoop sei nach Biggie Tupacs „bester Freund“ gewesen. Für beides fand sich kein belastbarer Beleg.

Das Label gehört jetzt ihm

Im Februar 2022 kaufte Snoop Dogg die Marke Death Row Records, das Label, auf dem er und Tupac 1996 ihre größten Erfolge hatten. Der Name, unter dem die beiden „Most Wanted“ berühmt wurden, gehört damit einem von ihnen.