Clifford Smith, geboren am 2. März 1971 in Hempstead auf Long Island, wuchs zum Teil auf Staten Island auf und wurde als Method Man zum ersten Solostar des Wu-Tang Clan. Sein Debüt Tical erschien 1994, mit Mary J. Blige gewann er 1996 einen Grammy für I’ll Be There for You/You’re All I Need to Get By.
Ein New Yorker auf „All Eyez on Me“
1996 war die Stimmung zwischen Death Row und der New Yorker Szene vergiftet. Umso auffälliger ist, wer auf Tupacs Doppelalbum All Eyez on Me (Februar 1996) zu hören ist: Auf Got My Mind Made Up rappen Method Man und sein Partner Redman neben Tha Dogg Pound, Daz Dillinger produzierte den Track, Kurupt rappt mit. Auch Inspectah Deck nahm eine Strophe auf, die es nicht auf die Albumfassung schaffte; sein Spitzname „Rebel INS“ ist am Ende noch zu hören.
Der Song zeigt, dass Tupacs Feindschaft keine pauschale Feindschaft gegen die Ostküste war. Er griff Bad Boy, Biggie und einzelne Rapper an, arbeitete aber zugleich mit New Yorker Künstlern, die er respektierte.
Death Row East und „One Nation“
Oft heißt es, Tupac habe mit dem Wu-Tang Clan mehr vorgehabt, und der Clan habe zum geplanten Label Death Row East wechseln sollen. Belegt ist, dass Death Row 1996 einen Ableger an der Ostküste aufbaute: MTV berichtete im April 1996 von einem neuen Büro in New York, und bei den MTV Video Music Awards im September 1996 waren laut Nas’ Bruder Jungle bereits Leute von Death Row East im Umfeld der Outlawz unterwegs. Ebenso belegt ist sein Projekt One Nation, ein Album mit Rappern von beiden Küsten, das den Konflikt entschärfen sollte (mehr bei Seine Firmen). Dass der Wu-Tang Clan konkret zu Death Row East wechseln sollte, ließ sich dagegen nicht belegen.
Nach Tupacs Tod im September 1996 zerschlugen sich alle diese Pläne. Method Man äußerte sich in späteren Jahren respektvoll über Tupac; eine enge Freundschaft, wie sie gelegentlich angedeutet wird, ist nicht dokumentiert. Got My Mind Made Up bleibt die eine gemeinsame Aufnahme, und ein Zeichen dafür, wie die Geschichte auch hätte verlaufen können.