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555 Wörter · 3 Min.

Nothing but Trouble (1991)

Ein kurzer Auftritt vor Gericht und der erste Rap auf Platte: Wie Tupac 1991 mit Digital Underground in Dan Aykroyds „Nothing but Trouble“ im Kino landete.

Filmplakat Nothing but Trouble (1991)
Filmplakat: Warner Bros.
Regie und Drehbuch
Dan Aykroyd (Regiedebüt), nach einer Geschichte von Peter Aykroyd
Produktion
Robert K. Weiss
Studio/Verleih
Warner Bros.
Darsteller
Chevy Chase (Chris Thorne), Demi Moore (Diane Lightson), John Candy, Dan Aykroyd (Richter Alvin Valkenheiser); als sie selbst: Digital Underground
Kamera
Dean Cundey
Musik
Michael Kamen
Gedreht
ab Mai 1990, überwiegend in Kulissen auf dem Gelände der Warner Bros. Studios
US-Kinostart
15. Februar 1991 (ursprünglich für Dezember 1990 geplant)
Länge
ca. 94 Minuten
Einspielergebnis USA
8,5 Mio. US-Dollar, davon 4,0 Mio. am Startwochenende (The Numbers); das Budget wird je nach Quelle mit 40 bis 45 Mio. US-Dollar angegeben

Sein erster Kinoauftritt dauerte nur wenige Augenblicke. Ein Jahr vor seiner ersten Hauptrolle in Juice war Tupac Shakur 1991 als Mitglied von Digital Underground in Dan Aykroyds Komödie Nothing but Trouble zu sehen. In Deutschland lief der Film als Valkenvania, Die wunderbare Welt des Wahnsinns.

40 Millionen Dollar Budget: Die Daten zum Film

Zu schnell gefahren in Valkenvania: Freispruch per Jam-Session

Vier New Yorker um einen Finanzverleger (Chevy Chase) und eine Anwältin (Demi Moore) fahren übers Land, geraten im Örtchen Valkenvania in eine Verkehrskontrolle und landen vor dem uralten Richter Valkenheiser. Auf seinem bizarren Anwesen verhängt er drakonische Strafen für Verkehrssünder.

In den Gerichtssaal geraten auch Digital Underground: Die Band ist ebenfalls zu schnell gefahren und soll beweisen, dass sie wirklich Musiker sind. Die Gruppe spielt spontan einen Song, der Richter ist begeistert und spricht sie frei.

De La Soul waren auf Tour: Eine falsche Nase überzeugte Aykroyd

Shock G erzählte 2017 im Rolling Stone, wie das Engagement zustande kam: Aykroyd wollte eigentlich De La Soul haben, doch die Gruppe war gerade in Europa auf Tour. Die Plattenfirma Tommy Boy schickte daraufhin Pressematerial anderer Acts, und Aykroyd blieb am Foto von Shock Gs Alter Ego Humpty Hump mit der falschen Nase hängen.

Der Regisseur besuchte ein Konzert, saß anschließend mit der Band in der Garderobe und bot ihr die Szene an. Für den Song wünschte er sich eine Orgel und schlug vor, sie sollten einfach „denselben Song“ spielen, den sie ohnehin schon hätten. Shock G nahm die Bemerkung wörtlich, so entstand der Titel Same Song.

Der erste Rap auf Platte: Ein Satz vor der Kamera

Laut AFI Catalog schrieben Greg Jacobs (Shock G), Ron Brooks (Money-B) und 2Pac Shakur das Stück Same Song gemeinsam. Es war der erste veröffentlichte Rap-Part von Tupac; die Single erschien im Januar 1991. Im Musikvideo, das Szenen aus dem Film aufgreift, tritt Tupac als afrikanischer König auf, während Aykroyd selbst einen Gastauftritt hat.

Bandmitglied Fuze sagte im Rolling Stone über die Filmszene: „Das war Tupacs erste Schauspielerei. Ich glaube, Pac hatte einen Satz.“ Money-B bekam durch den Dreh seine Mitgliedschaft in der Schauspielergewerkschaft SAG.

Mehr zu Same Song und den Jahren mit der Band steht in der Discografie und auf der Seite zu Digital Underground.

Verrissen von der Kritik, ein Fundstück für Fans

Bei Kritik und Publikum fiel der Film durch. Variety schrieb, Aykroyd hätte diese Art von maßloser Übertreibung früher in seinen Sketchen bei Saturday Night Live parodiert; der Höhepunkt sei, John Candy in Frauenkleidern zu sehen. Auch das Lexikon des internationalen Films sprach von einem enttäuschenden Regieversuch.

Für Tupac-Fans ist Nothing but Trouble dennoch ein Fundstück: Es ist das erste Mal, dass er auf einer Kinoleinwand zu sehen ist, ein Jahr bevor ihn Juice bekannt machte.

Personen in diesem Text

Digital UndergroundShock G