614 Wörter · 3 Min.
Gang Related (1997)
Tupacs letzter Film, gedreht im August 1996: Als korrupter Polizist Rodriguez steht er neben James Belushi. Der Film lief im Oktober 1997 an.
- Regie und Drehbuch
- Jim Kouf
- Produktion
- Brad Krevoy, Steve Stabler, John Bertolli
- Studio/Verleih
- Orion Pictures; in den USA von MGM verliehen
- Darsteller
- James Belushi (Frank Divinci), Tupac Shakur (Jake Rodriguez), Lela Rochon (Cynthia), Dennis Quaid (Joe), James Earl Jones (Arthur Baylor), David Paymer, Wendy Crewson, Gary Cole, Kool Moe Dee
- Kamera
- Brian J. Reynolds
- Musik
- Mickey Hart
- Gedreht
- August 1996 in Los Angeles
- US-Kinostart
- Mittwoch, 8. Oktober 1997 (AFI Catalog: Start in Los Angeles am 8.10., New York in derselben Woche; Box Office Mojo führt den Freitag, 10. Oktober, als Datum des Startwochenendes)
- Länge
- ca. 106-111 Minuten
- Einspielergebnis USA
- 5,9 Mio. US-Dollar; am Startwochenende 2,4 Mio. in 1.260 Kinos (Box Office Mojo)
- Deutschland
- Gangland, Cops unter Beschuß, Videopremiere am 14. August 1998
Gang Related ist der letzte Film, den Tupac Shakur gedreht hat. Die Dreharbeiten in Los Angeles endeten wenige Tage vor den Schüssen in Las Vegas. Tupac spielt Jake Rodriguez, einen Ermittler der Mordkommission, der mit seinem Partner Dealer ausraubt und erschießt, bis die beiden aus Versehen einen verdeckten Ermittler töten.
Daten zum Film
Die Geschichte
Die Polizisten Divinci und Rodriguez haben ein einträgliches System: Sie geben sich als Käufer aus, erschießen die Dealer und lassen es nach einem Bandenmord aussehen. Geld und Stoff behalten sie. Rodriguez macht mit, weil er Spielschulden hat. Als ihr nächstes Opfer sich als verdeckter Ermittler der DEA entpuppt, brauchen sie einen Sündenbock, und finden ihn in einem Obdachlosen, der sich als jemand ganz anderes herausstellt. Von da an zieht sich die Schlinge um die beiden immer enger zu.
Die letzten Drehtage
Laut Vibe drehte Tupac noch zwei Wochen vor seinem Tod an Gang Related; in einer Drehpause entstand eines seiner letzten großen Interviews. Jim Belushi erzählte der Seattle Times, es habe am Anfang Streit gegeben: Tupac sei zu den ersten Proben zu spät oder gar nicht gekommen, Belushi habe ihn zur Rede gestellt. Danach sei Tupac voll bei der Sache gewesen, die beiden hätten eine große Chemie gehabt. Außerdem habe er Tupac am Set die Musik von Frank Sinatra nähergebracht. Lela Rochon erinnerte sich an eine „unheimliche Stimmung“; Tupac habe ihr gesagt, er rechne damit, jung zu sterben.
Regisseur Jim Kouf sagte 2018, Tupac sei großartig in der Zusammenarbeit gewesen und habe die Schauspielerei als Ausweg aus dem Musikgeschäft gesehen. Er habe auch die Filmmusik schreiben sollen. In einem Promo-Interview vom August 1996, das MGM später verschickte, sagte Tupac, er könne schauspielern, weil er „zu dieser wahren Stelle in sich selbst“ gehen könne.
Kritiken
Variety sah den Film bereits im Mai 1997 auf dem Markt in Cannes: eine gute, vielschichtige Geschichte, die am Ende zu sehr übertreibe. Tupac sei in seiner letzten Rolle „beeindruckend“, sein Satz „Ich verdiene es zu sterben“ werde beim Publikum lange nachhallen. Der Film ist Tupac gewidmet. In Deutschland nannte der film-dienst ihn einen spannenden, handwerklich sorgfältigen Cop- und Gangsterfilm, dem es aber an psychologischer Tiefe fehle. In den US-Kinos spielte Gang Related knapp 6 Mio. US-Dollar ein.
Soundtrack
Der Soundtrack erschien am 7. Oktober 1997 als Doppelalbum bei Death Row Records. Tupac ist mit vier Songs vertreten, darunter Starin’ Through My Rear View, Made Niggaz und Lost Souls mit den Outlawz; weitere Beiträge stammen u. a. von Daz Dillinger, Nate Dogg und Ice Cube. Den Song Fortune and Fame, von dem Tupac im Promo-Interview sprach, enthält das Album nicht. Mehr in der Discografie.
Einordnung
Nach Bullet und Gridlock’d war Gang Related der dritte und letzte Film, der nach Tupacs Tod anlief. Er zeigt ihn erstmals auf der Seite des Gesetzes, als Polizisten, der sich längst auf die andere Seite geschlagen hat. Wie Tupacs Weg im September 1996 endete, steht auf der Seite Tod.
Personen in diesem Text