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749 Wörter · 3 Min.

Fotografen und berühmte Fotos

Chi Modu, Dana Lixenberg, Danny Clinch und andere: Wer Tupacs prägende Porträts schuf und warum die Bilder heute Gerichte beschäftigen.

Das Bild, das viele von Tupac im Kopf haben, hat einen Urheber. Wer die Fotografen hinter den Motiven kennt, versteht schnell, warum ihre Aufnahmen Gerichte beschäftigen. Diese Seite stellt die wichtigsten von ihnen vor und beschreibt ihre Arbeiten in Worten. Bilder zeigt sie bewusst nicht: Die Rechte liegen bei den Fotografen und ihren Nachlässen, und die gerichtlichen Streitfälle handeln genau davon.

Chi Modu: Das Bild mit freiem Oberkörper und der Streit mit Universal

Chi Modu, geboren um 1967 in Nigeria und aufgewachsen in New Jersey, arbeitete ab 1991 für das Hip-Hop-Magazin The Source und war dort in den Neunzigern Fotochef. Seine Schwarz-Weiß-Aufnahmen eines oberkörperfreien Tupac sind laut Billboard „wohl das bleibende Bild“ des Rappers im öffentlichen Bewusstsein; The Source nennt zudem die Aufnahmen mit Bandana. 2016 erschien sein Fotobuch Tupac Shakur: Uncategorized. Modu starb im Mai 2021 im Alter von 54 Jahren; seine Familie gab die Nachricht am 22. Mai bekannt (Meldung).

Ein Jahr später stritt sein Nachlass mit der Universal Music Group. Am 24. Juni 2022 reichte die Treuhänderin Sophia Modu Klage ein: Auf der Seite uDiscoverMusic.com sei in einem Beitrag über Tupacs beste Songs ein Foto Modus verwendet und als „Universal Music Archives“ ausgewiesen worden, ohne seinen Namen. Eine Unterlassungsaufforderung vom 9. Februar 2022 sei folgenlos geblieben. Laut dem öffentlichen Aktenverzeichnis des Gerichts in Kalifornien zeigte Universal am 18. November 2022 an, sich mit dem Nachlass geeinigt zu haben; die Bedingungen sind nicht bekannt (Meldung zur Klage).

Lixenberg und Clinch: Ein Porträt für Vibe, ein Cover für den Rolling Stone

Die niederländische Fotografin Dana Lixenberg porträtierte Tupac 1993 in Atlanta für Vibe. Auf ihrem bekannten Bild trägt der damals 22-Jährige ein vorn geknotetes Bandana, Regentropfen glänzen auf seinem offenen Jeanshemd, dazu kommt ein Diamant-Kruzifix. Sie wolle, sagte sie, ein Bild machen, „das über den Anlass hinaus leben kann“. Ihre Porträts von Tupac und Biggie erschienen 2018 im Buch Tupac Biggie (Roma Publications und Patta). Bekannt wurde Lixenberg außerdem durch Imperial Courts, eine Langzeitstudie über eine Wohnsiedlung in Watts, Los Angeles: 1993 begonnen und 2015 als Buch erschienen, brachte ihr das Werk 2017 den Fotopreis der Deutsche Börse Photography Foundation ein.

Danny Clinch fotografierte Tupac 1993 im Auftrag von Rolling Stone für eine kurze Porträtnotiz. Er hielt die Komposition schlicht und ließ Raum um die Person, weil er hoffte, das Bild könne einmal als Titelseite taugen. Nach Tupacs Tod am 13. September 1996 erschien tatsächlich ein Porträt aus dieser Sitzung auf dem Cover des Magazins (TIME).

Eli Reed, Albert Watson, David LaChapelle: Drei Aufnahmen am Set und Porträts nach der Haft

Eli Reed, der als erster Schwarzer Fotograf der Agentur Magnum beitrat, hielt Tupac 1992 am Set von Poetic Justice fest. Er machte laut Complex nur drei Aufnahmen mit einer Hasselblad. Als Tupac sich auf seine Bitte hin ausziehen wollte, sagte Reed „Stopp“: Er wollte ihn zuerst als Mensch fotografieren (Poetic Justice).

Albert Watson, der unter anderem für Vibe und Rolling Stone arbeitete, porträtierte Tupac nach Angabe der Galerie Christophe Guye 1991 in New York; die Edition ist auf zehn Abzüge mit zwei Künstlerabzügen begrenzt. Von David LaChapelle stammt laut Berichten eine Serie, die er nach Tupacs Haftentlassung für das Magazin Details machte, darunter Aufnahmen in der Badewanne und ein Bild, auf dem Tupac sein Bandana bindet. Genaue Daten nennen die hier ausgewerteten Quellen nicht.

Streit um Urheberrechte: Klagen gegen Univision und Modemarken

Bilder von Tupac bleiben ein Streitfeld. Im Mai 2025 reichten Modus Nachlass und Lixenberg gemeinsam Klage gegen den Sender Univision ein: Zwei Aufnahmen seien ohne Erlaubnis verwendet worden, ein Foto von The Notorious B.I.G. von Modu und ein Tupac-Bild von Lixenberg, beide 2018 als Titelmotiv eines Webartikels über die Serie Unsolved (Billboard, 16. Mai 2025). Ein Urteil lag nach den Berichten nicht vor; Univision hatte sich zunächst nicht geäußert. Stand Oktober 2026 ließ sich in den ausgewerteten Quellen kein Ausgang des Verfahrens feststellen.

2017 hatte der Fotograf Michael Miller die Marke der Schwestern Jenner wegen Tupac-Fotos auf T-Shirts verklagt; der Streit endete im April 2018 mit der Bitte um Einstellung (Merchandise und Mode). Einen weiteren Fall gab es um Modus Biggie-Foto vor dem World Trade Center; dort einigten sich Biggies Nachlass und Modus Witwe laut Medienberichten im Januar 2024.

Wer ein bekanntes Tupac-Foto nutzen will, braucht die Zustimmung des Fotografen oder seines Nachlasses, und die ist oft von der des Tupac-Nachlasses getrennt. Zu Tupacs Anfängen vor der Kamera siehe die Biografie; wie der Nachlass Bilder und Namen lizenziert, zeigt Merchandise und Mode.