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703 Wörter · 3 Min.

Tupacs Einfluss auf andere Künstler

Vom Produzentenbrief an Afeni Shakur bis zur KI-Abmahnung: Wie Eminem, Kendrick Lamar und andere Rapper Tupac zitieren, samplen und als Vorbild ehren.

Ein Produzent bittet per Brief um unveröffentlichte Aufnahmen, ein Zehnjähriger begreift vor den Lautsprechern die Welt, und ein Nachwuchsrapper wird verbannt, weil er die Musik langweilig fand. Tupacs Einfluss lässt sich schwer messen, aber an konkreten Beispielen festmachen: Rapper nennen ihn als ersten Lieblingskünstler, bauen ihn in neue Stücke ein oder legen sich mit seinem Namen an.

Diese Seite sammelt belegte Fälle ohne Anspruch auf Vollständigkeit. „Einfluss“ heißt hier nur, dass ein Künstler selbst oder die Fachpresse die Verbindung herstellt.

Eminem: Ein Brief an Afeni, Platin und ein Song für Street Fighter

Der engste Zusammenhang besteht bei Eminem. Er war Produzent des Nachlassalbums Loyal to the Game, das am 14. Dezember 2004 erschien und auf Platz 1 der Billboard 200 einstieg. Laut Wikipedia schrieb er dafür einen Brief an Afeni Shakur, in dem er darum bat, das Album produzieren zu dürfen. Die RIAA vergab am 15. Februar 2005 Platin.

In seiner Sirius-XM-Sendung Music to Be Quarantined By sagte Eminem im Mai 2020, Tupac sei vielleicht der größte Songwriter aller Zeiten: Sein „Can you feel me?“ bedeute, dass man ihn nicht bloß höre, sondern fühle. Im Juni 2020 nannte er ihn in einer ungeordneten Liste großer Rapper (Billboard, 14. Juni 2020). Beides sind persönliche Wertungen, keine Fakten.

Am 24. Juli 2026 kündigte 50 Cent an, mit Eminem und einer unveröffentlichten Tupac-Aufnahme einen Titel für den Street Fighter-Film aufgenommen zu haben (Billboard). Der Nachlass habe zugestimmt, die Stimme sei nicht KI-erzeugt. Ein Erscheinungstermin war nicht bekannt.

J. Cole: Wie ein Zehnjähriger Me Against the World verstand

J. Cole sagte in einem Complex-Interview nach seinem Debüt (2011), laut Far Out Magazine, er habe Me Against the World als Zehnjähriger gehört und die Bedeutung des Albums verstanden: Er habe gewusst, wie „ill“ das war, was Tupac sagte, und wie emotional er klang.

Lieblingsstücke seien Dear Mama, der Titelsong, Temptations und So Many Tears. Es ist eine Erinnerung, kein Beleg für ein bestimmtes Stilmittel, zeigt aber, wie Tupac in Kindheit und Jugend einer ganzen Generation lief.

Megan Thee Stallion: Respekt für die Legenden in Las Vegas

Am 24. Januar 2020 erschien „B.I.T.C.H.“ von Megan Thee Stallion. Nach AllHipHop verarbeitet das Stück Tupacs Ratha Be Ya Nigga von All Eyez on Me und ein Bootsy-Collins-Sample; The Source hatte das Tupac-Sample zwei Wochen vorher angekündigt.

Im Gespräch mit Zane Lowe sagte Megan, sie habe „die Legenden respektieren“ müssen und einen Tupac-Song neu machen wollen. Aufgenommen habe sie ihn in Las Vegas, der Stadt, in der Tupac 1996 angeschossen wurde. Die Meldung vom 24. Januar 2020 bietet Details.

Kendrick Lamar befragt das Vorbild, Drake riskiert die Abmahnung

Der prominenteste Fall ist Kendrick Lamar: 2015 ließ er Tupac auf To Pimp a Butterfly in einem inszenierten Interview antworten, 2024 baute er „reincarnated“ auf einem Sample von Made Niggaz.

Der Gegenfall ist Drake. Er nutzte im April 2024 eine KI-Stimme von Tupac und entfernte das Stück nach der Abmahnung des Nachlasses (siehe Rechte an Tupacs Stimme). Im Juli 2023 hatte er zudem Tupacs Kronenring bei Sotheby’s ersteigert (rund 1,01 Millionen Dollar).

Club-Sound aus Norwegen, Hip-Hop-Bann für Lil Xan

Der norwegische Produzent Matoma veröffentlichte im Januar 2019 einen Remix von So Many Tears, den Billboard am 18. Januar meldete. Er sagte, die Energie und der Flow der alten Rapper inspirierten ihn.

Auf der anderen Seite zeigt der Fall von Lil Xan, wie selbstverständlich Tupac im Hip-Hop als gesetzt gilt: Als der junge Rapper im März 2018 Tupacs Musik „langweilig“ nannte, reagierte Waka Flocka Flame mit dem Satz, Lil Xan sei „banned from hip hop“ (Billboard, 7. März 2018). Lil Xan ruderte zurück und sang wenig später California Love.

Deutsche Referenzen: Von Ekaveli bis zum Weissen Tupac

Auch in Deutschland ist Tupac Referenz. Eko Fresh nannte sein Album von 2007 Ekaveli, laut laut.de eine Reminiszenz an G-Funk und Tupac. Fler eröffnete Neue Deutsche Welle 2 (2014) mit Weisser Tupac.

Mehr dazu auf Tupac und Deutschland; weitere Hommagen sammelt die Seite Tributes.

Was fehlt: Nur belegte Fälle zählen

Einzelne Songs anderer Rapper, die Tupac zitieren, sind hier nicht erfasst, weil sich Behauptungen wie „Rapper X wurde von Tupac beeinflusst“ oft nur auf Fan-Listen stützen. Aufgenommen wurde, was Künstler oder Fachpresse selbst belegen.

Personen in diesem Text

Snoop DoggDr. Dre