372 Wörter · 2 Min.
Compton Street Legend
Duane „Keffe D“ Davis schrieb 2019 seine Memoiren auf, und lieferte der Mordanklage Stoff. 2026 folgte der Schuldspruch, das Strafmaß steht noch aus.
- Autor
- Duane „Keffe D“ Davis, mit dem Co-Autor Yusuf Jah
- Vollständiger Titel
- Compton Street Legend: Notorious Keffe D’s Street-Level Accounts of Tupac and Biggie Murders, Death Row Origins, Suge Knight, Puffy Combs, and Crooked Cops
- Erschienen
- 2019, KingDoMedia (auch als Print-on-Demand-Ausgabe)
- ISBN
- 978-1-7321813-0-4
- Sprache
- Englisch, keine deutsche Ausgabe bekannt
Kein Buch über Tupac hatte so unmittelbare Folgen wie dieses. In Compton Street Legend blickt Duane „Keffe D“ Davis zurück, früherer Anführer der South Side Compton Crips und Onkel von Orlando Anderson. Tupac und seine Begleiter hatten Anderson am Abend des 7. September 1996 im MGM Grand in Las Vegas verprügelt, wenige Stunden vor den tödlichen Schüssen.
2019 bei KingDoMedia erschienen
Gang-Alltag, Death Row und zwei Mordnächte
Davis schildert seinen Aufstieg in der Gang-Szene von Compton und ein Drogengeschäft, das sich nach eigener Darstellung über mehrere Bundesstaaten erstreckte. Er erzählt von den Anfängen von Death Row Records, von Suge Knight und der Musikindustrie. Zudem liefert er seine Version jener Nacht, in der Tupac erschossen wurde, sowie des Mordes an The Notorious B.I.G. im März 1997.
Vom Buch zur Anklage: Schuldspruch im August 2026
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft trug die Veröffentlichung dazu bei, die Ermittlungen in Las Vegas wieder aufzunehmen. Im September 2023 wurde Davis festgenommen und wegen Mordes angeklagt; er ist der einzige Mensch, gegen den im Fall Tupac je Anklage erhoben wurde.
Im Prozess legten die Ankläger seine Schilderungen aus Buch und Interviews als Geständnisse aus. Die Verteidigung hielt dagegen, Davis habe für Geld und Aufmerksamkeit übertrieben oder erfunden; das Buch sei „Fiktion“. Am 31. August 2026 sprach die Jury Davis des Mordes ersten Grades mit einer tödlichen Waffe schuldig, nicht als Schützen, sondern als denjenigen, der die Tat veranlasst haben soll.
Stand 2. Oktober 2026: Die Verkündung des Strafmaßes ist für den 13. Oktober 2026 angesetzt; Davis droht lebenslange Haft. Er hat angekündigt, in Berufung zu gehen. Bis zum Abschluss des Rechtswegs ist das Urteil nicht endgültig.
Selbstdarstellung statt Geschichtsbuch
Das Buch bleibt die heikle Selbstdarstellung eines Beteiligten, kein verlässliches Geschichtsbuch. Was Davis schreibt, ist seine Version, geprägt von eigenen Interessen; Behauptungen über Dritte sind nicht unabhängig belegt. Bedeutung hat das Werk vor allem als Dokument im Strafverfahren.
Mehr zur Tatnacht: Shooting 1996. Die Sicht des Ermittlers: Murder Rap.
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