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Tupacs Look: Bandana, Kleidung und Schmuck
Vorn geknotetes Bandana, Kruzifix und Kronenring: Was an Tupacs Look belegt ist, welche Stücke versteigert wurden und welche Modemarken bloße Behauptung sind.
Ein vorn geknotetes Tuch, die Enden wie zwei Hasenohren über der Stirn aufgerichtet: Bei Tupac Shakur genügt ein einzelnes Detail zur Silhouette. Sein Stil prägte die Mode der Neunzigerjahre und wird von Designern wie Musikern seither zitiert. Wie bei den Tattoos trennt das Archiv auch bei Kleidung und Schmuck gesicherte Fakten von Mythen: Erfasst ist nur, was durch Fotos, zeitgenössische Berichte und Auktionskataloge belegt ist. Was lediglich als Behauptung durch Fan-Foren geistert, bleibt außen vor.
Hasenohren über der Stirn: Ein Tuch wird zum Markenzeichen
Wikipedia führt das zu Hasenohren gebundene Bandana als eines der unverwechselbarsten Stilmittel des Hip-Hop. Seine wirksamste Inszenierung verdankt das Motiv der niederländischen Fotografin Dana Lixenberg: Sie porträtierte Tupac 1993 in Atlanta für Vibe mit vorn geknotetem Bandana, Regentropfen auf dem offenen Jeanshemd und einem Diamant-Kruzifix auf der Brust (siehe Fotografen). Auch die Aufnahmen von Chi Modu, damals Fotochef der Zeitschrift The Source, zeigen Tupac mit Bandana und nacktem Oberkörper.
Welche Bedeutung das Tuch hatte, bestimmte allerdings der Ort. In Los Angeles trugen Gangs Farben; ein rotes oder blaues Tuch konnte dort schnellen Ärger bedeuten (siehe Tupac und Gangs). Bei Tupac trat dieser Code hinter dem Bild zurück: Er trug das Tuch als persönliches Markenzeichen. Eine Aussage von ihm selbst, warum er es trug, ist nicht überliefert.
Versteigerte Bandanas: Zertifikate ohne unabhängige Prüfung
Auf dem Sammlermarkt erzielt der Look dennoch hohe Preise: Auktionshäuser bieten seit Jahren Bandanas an, die Tupac gehört haben sollen. Am 1. April 2020 setzte die Rock & Roll Pop Culture Auction ein getragenes blaues und ein rotes Tuch auf die Liste, geschätzt auf je 2.000 bis 4.000 Dollar, laut Katalog aus dem Besitz eines engen Familienfreunds. Im März 2023 folgte das Haus Gotta Have Rock and Roll mit einem roten Bandana. Die Echtheitszertifikate der Häuser beruhen dabei auf Angaben der Verkäufer, nicht auf einer unabhängigen Prüfung.
Über eine Million Dollar: Der Kronenring bricht Rekorde
Das Diamant-Kruzifix auf Lixenbergs Porträt gehört zu den sichtbarsten Stücken, das bekannteste Schmuckstück ist jedoch der Kronenring. Tupac entwarf ihn selbst; er trug ihn bei den MTV Video Music Awards am 4. September 1996, drei Tage vor den Schüssen von Las Vegas. Am 26. Juli 2023 ersteigerte ihn bei Sotheby’s in New York für 1.016.000 Dollar der Rapper Drake, wie Billboard später berichtete. Das war mehr als das Dreifache der Schätzung und laut Sotheby’s der höchste Preis für ein Hip-Hop-Objekt.
Der Ring aus Gold, Rubin und Diamanten trägt auf dem Band die Gravur „Pac & Dada 1996“. „Dada“ meint Kidada Jones, mit der er verlobt war. Eingeliefert hatte ihn seine Patin und Beraterin Yaasmyn Fula. Sie sagte, Tupac habe nach Haft und Vertrag bei Death Row ein Zeichen für den nächsten Karriereabschnitt gewollt: „einen Akt der Selbstkrönung“.
Im März 2023 wurde außerdem ein „M.O.B.“-Ring am kleinen Finger angeboten, dazu ein Versace-Armband und sein Fahndungsfoto (Vibe).
Gianni Versace und Grant Hill: Was an Modemarken belegt ist
In Suchanfragen tauchen Marken wie Karl Kani, Timberland, Versace oder Jordans auf. Das Archiv übernimmt jedoch keine Markenliste, die nicht an einem datierten Foto oder Bericht hängt. Belegt sind aus den Quellen zwei Verbindungen: Laut dem Nachlass pflegte Tupac eine Freundschaft zum Designer Gianni Versace und lief 1996 in Italien bei einer Versace-Schau mit (Advocate, 2012). Zudem erinnerte sich der Basketballer Grant Hill, ihm Schuhe der Marke Fila geschickt zu haben; ein Foto im Booklet von All Eyez on Me (1996) zeigt Tupac in Filas Grant Hill 2. Daraus machte der Nachlass 2022 eine Kleiderkollektion, die auf Stücke aus seinem Besitz zurückgehen soll (Merchandise und Mode).
Widersprüche als Stil: Straße trifft Theater
Der Reiz lag in der Spannung: Das Bild des Straßenkämpfers mit Bandana, Tattoos und offenem Hemd traf auf den Menschen, der Ballett getanzt und Shakespeare gespielt hatte (siehe Poesie, Shakespeare und Theater). Wikipedia beschreibt ihn als Sexsymbol, dessen Stil die Mode der Neunziger geprägt habe und Künstler wie Modeinteressierte nachhaltig beeinflusse. Ob die Pose Inszenierung war oder Haltung, bleibt Deutungssache.
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