Meldung vom 3. August 2008
2Pac, sein wahres Gesicht (Teil 1): Tupac und seine Gegner
Tupac als politischer Märtyrer: 2008 verteidigte ein Blogbeitrag Shakur gegen die Medien. Was damals behauptet wurde, und was historisch belegt ist.
Am 3. August 2008 erschien im Blog dieser Seite ein Meinungsbeitrag mit einer klaren Mission: Er sollte Tupacs „wahres Gesicht“ gegen das Bild verteidigen, das die Medien von ihm gezeichnet hatten. Veröffentlicht auf der damaligen Plattform Thuglove.de / United-Tupac.Com, bildete der Text den ersten Teil einer dreiteiligen Reihe. Diese Archiv-Notiz ordnet ein, welche Thesen der Autor damals vertrat, und was davon den belegten Fakten standhält.
Ein Rapper als politischer Märtyrer
Nicht Tupac habe den Hass auf sich gezogen, argumentierte der Autor, sondern die Medien hätten ihn schlechtgemacht. Als erstes Beispiel nannte er den früheren US-Vizepräsidenten Dan Quayle, der Tupacs Musik „verboten“ habe, weil Tupac zu groß und seine Texte zu ehrlich geworden seien. Tupac habe die Menschen erreicht, weil er offen über seine Herkunft und seine Gefühle sprach.
Der Autor deutete zudem an, der Staat habe Tupac aus politischen Gründen tot sehen wollen. Er verglich ihn mit Martin Luther King: Beide seien Märtyrer gewesen, die für andere gestorben seien.
Politische Kritik statt staatliches Verbot
Ein Verbot gab es nicht. Dan Quayle kritisierte 1992 Tupacs Debütalbum 2Pacalypse Now, nachdem der Verteidiger des Polizistenmörders Ronald Ray Howard argumentiert hatte, das Album habe seinen Mandanten beeinflusst. Quayles Satz, es gebe keinen Grund, eine solche Platte zu veröffentlichen, sie habe in der Gesellschaft keinen Platz, war politische Kritik, keine rechtliche Maßnahme. Tupac selbst sagte damals, er habe nur über das schreiben wollen, was junge schwarze Männer betreffe.
Auch der im Beitrag erwähnte Vorfall mit Polizisten ist dokumentiert: 1993 wurde Tupac in Atlanta angeklagt, auf zwei Polizisten außer Dienst geschossen zu haben. Die Anklage wurde später fallen gelassen. Für die These, staatliche Stellen hätten Tupacs Tod gewollt oder herbeigeführt, gibt es dagegen keine Belege. Sie war die persönliche Deutung des Autors.
Späte Ehrungen und ein Urteil in Las Vegas
Das Bild von Tupac hat sich seitdem verschoben, ohne dass es dafür Verschwörungstheorien brauchte. 2010 nahm die Library of Congress „Dear Mama“ in das National Recording Registry auf, 2017 folgte die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame, 2023 ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame.
Der Mord wurde vor Gericht als Gang-Racheakt verhandelt: Am 31. August 2026 wurde Duane „Keffe D“ Davis in Las Vegas schuldig gesprochen. Stand Oktober 2026: Das Urteil ist nicht rechtskräftig (Davis kündigte Berufung an), das Strafmaß ist für den 13. Oktober 2026 angesetzt. Weiter: Teil 2, Teil 3.