Meldung vom 18. November 1996
16,6 Millionen Dollar: Versäumnisurteil gegen Tupacs Nachlass
1993 traf bei einem Konzert eine verirrte Kugel eine Besucherin. Weil niemand für den Nachlass erschien, sprach ihr ein Richter 16,6 Millionen Dollar zu.
Jacquelyn McNealey war 1993 bei einem Tupac-Konzert in einem Nachtclub in Pine Bluff, Arkansas, von einer verirrten Kugel getroffen worden. Seitdem war die inzwischen 27-Jährige ab der Brust gelähmt. Am 18. November 1996 sprach ihr Richter H. A. Taylor in Arkansas 16,6 Millionen Dollar aus Tupacs Nachlass zu, die volle geforderte Summe, weil niemand für den Nachlass zur Anhörung erschienen war.
Der Nachlassverwalter wusste von nichts
Ihr Anwalt David Mitchell begründete die Klage damit, Tupac habe das Publikum provoziert und eine aufgeheizte Stimmung geschaffen. Der Nachtclub hatte sich bereits mit 500.000 Dollar verglichen, der Schütze saß im Gefängnis. Der New Yorker Anwalt Richard Fischbein, nach eigenen Angaben erst zwei Wochen zuvor zum Verwalter des Nachlasses bestellt, wusste weder von der Klage noch vom Urteil.
Was daraus wurde
Im Juli 1998 hob Richter Arnold Gold in Los Angeles die Zahlungspflicht auf: Der Nachlass müsse nicht zahlen, weil seine Anwälte keine Gelegenheit zur Verteidigung gehabt hätten. Im Oktober 1998 stimmte McNealey vorläufig einem Vergleich über zwei Millionen Dollar zu. Mehr zu Tupacs Verfahren: Tupac vor Gericht.