Meldung vom 21. Februar 1996
MCA kauft sich bei Interscope ein, Tupacs Album vertreibt PolyGram
200 Millionen Dollar für die Hälfte von Interscope, aber nicht für jeden Song: Warum MCA im Februar 1996 Tupacs neues Album lieber einem Konkurrenten überließ.
Am 21. Februar 1996 machte MCA den Einstieg bei Interscope Records perfekt: 200 Millionen Dollar für die Hälfte des Labels, mit der Option, den Rest in drei bis fünf Jahren zu übernehmen. Interscope war der Vertriebspartner von Death Row Records; Time Warner hatte sich zuvor von dem Label getrennt.
Eine Klausel für „anstößige“ Platten
Am selben Tag führte Tupacs All Eyez on Me die Charts an. Ausgeliefert wurde das Album aber nicht von MCA, sondern von PolyGram. Der Vertrag erlaubte Interscope, Platten, die MCA für anstößig hielt, über andere Firmen zu vertreiben. So hielt der Konzern Abstand zur Debatte um Gangsta-Rap, an der Time Warner gescheitert war.
Ende Oktober 1996 änderte MCA den Kurs: Tupacs postumes Album The Don Killuminati war die erste Gangsta-Rap-Platte, die der Konzern im Rahmen der Partnerschaft selbst herstellte und auslieferte. Man habe das Album geprüft und sich für die Veröffentlichung entschieden, hieß es.