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1995-04416 Wörter · 2 Min.

Ready to Live (Teil 2 von 5): Der Überfall in den Quad Studios

Vibe, April 1995, Teil 2: Tupac schildert den Überfall vom 30. November 1994 am Times Square und wer oben im Studio auf ihn wartete.

Original: „Ready to Live“ (Teil 2) · Vibe · Kevin Powell · April 1995

Im zweiten Teil des Vibe-Interviews erzählt Tupac die Nacht vom 30. November 1994 im Detail. Seine Schilderung beginnt mit einem Mann, dem er vertraute.

„Nigel“ und die Fahrt zum Times Square

Zuerst spricht Tupac über „Nigel“, der sich auch „Trevor“ nannte. Während der Dreharbeiten zu Above the Rim habe dieser sich an ihn gehängt. Er versprach, auf Tupac aufzupassen, kleidete ihn ein und stellte ihn Gangstern in Brooklyn vor. Tupac vertraute ihm.

Am Abend des Überfalls erreichte Tupac die Quad Studios mit Stretch, dessen Freund Fred und dem Freund seiner Schwester. Draußen stand ein Mann in einer Armeejacke, der nicht aufsah. Drinnen saß ein Zweiter mit einer Zeitung, der den Blick ebenfalls gesenkt hielt. Tupac hielt sie für Biggies Sicherheitsleute. Am Aufzug zogen beide Pistolen.

Schüsse am Aufzug, abgewandte Blicke im Studio

Alle gingen zu Boden, nur Tupac blieb stehen. Die Täter griffen gezielt ihn an, suchten nach seiner Waffe und wollten seinen Schmuck. Ein Schuss traf ihn, dann wurde er getreten und am Kopf getroffen, er glaubte, sie hätten ihn mit der Pistole geschlagen.

Verletzt fuhr er mit dem Aufzug nach oben ins Studio. Dort warteten nach seiner Schilderung rund 40 Leute, darunter Andre Harrell, Sean „Puffy“ Combs und Biggie, alle mit mehr Schmuck als er. Booker habe überrascht gewirkt, Little Shawn habe geweint. Niemand habe ihn angesehen, auch Harrell nicht, mit dem er tagelang essen gewesen sei.

Vorwürfe, Dementis und eine späte Behauptung

Das ist Tupacs Version, und sie hatte enorme Folgen. Die Genannten bestritten jede Beteiligung; Vibe druckte noch 1995 ihre Gegendarstellungen. Tupac wiederholte die Vorwürfe trotzdem und griff sie später in Songs auf. Auf Against All Odds (1996) nannte er „Haitian Jack“ und „Jimmy Henchman“. Hinter „Nigel“ stand nach verbreiteter Darstellung Jacques „Haitian Jack“ Agnant. Dieser bestritt stets jede Rolle bei dem Überfall.

Im Juni 2011 behauptete der wegen Mordes verurteilte Dexter Isaac, er sei einer der Täter gewesen, im Auftrag von James „Jimmy Henchman“ Rosemond. Rosemond wurde dafür nie angeklagt. Er verbüßt allerdings wegen Drogenhandels und eines Auftragsmords eine lebenslange Haftstrafe. Ein Artikel der Los Angeles Times von 2008 über den Überfall wurde zurückgezogen, weil er auf gefälschten Dokumenten beruhte. Gerichtlich geklärt ist die Quad-Nacht nicht. Fest steht nur: Eine Beteiligung von Biggie oder Combs wurde nie nachgewiesen.

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