1995-04393 Wörter · 2 Min.
Ready to Live (Teil 1 von 5): Das Interview auf Rikers Island
Rikers Island, Januar 1995: Tupacs erstes Interview nach den Schüssen. Er raucht Kette und spricht über Entzug, Reue und den Weg in die Quad Studios.
Original: „Ready to Live“ (Teil 1) · Vibe · Kevin Powell · April 1995
Tupac kam ohne Hinken in den Raum, rauchte Kette und sagte, das sei sein letztes Interview: Falls man ihn umbringe, sollten die Leute „every drop“ der wahren Geschichte haben. Im Januar 1995 fuhr Kevin Powell nach Rikers Island, die Gefängnisinsel von New York. Tupac saß dort ein, Kaution drei Millionen Dollar, und wartete auf das Strafmaß im Missbrauchsverfahren. Ausführlich schilderte er die Schüsse vom 30. November 1994. Das lange Gespräch erscheint hier in fünf Teilen; dies ist der erste.
Tausend Liegestütze und keine Ausreden mehr
Tupac sprach zuerst über sich. Die ersten Tage in Haft seien ein Entzug gewesen, danach habe er täglich tausend Liegestütze gemacht, Bücher an einem Tag gelesen und geschrieben. Er sei unschuldig im Sinne der Anklage, aber nicht unschuldig in seiner Lebensweise. Er sei kein Gangsta-Rapper, er rappe über das, was ihm passiere. Der Süchtige, der Ausredenmacher und der Rachsüchtige in ihm seien tot.
7.000 Dollar für Little Shawn: Der Weg in die Quad Studios
Dann schilderte er die Nacht in den Quad Studios. Er habe für einen DJ einen Track aufgenommen und danach einen Anruf von einem Mann namens Booker bekommen: Er solle gegen Geld auf einer Platte von Little Shawn rappen. Booker, sagte er, habe er über einen Bekannten namens Nigel kennengelernt.
Tupac verlangte 7.000 Dollar, weil er pleite war: Auftritte abgesagt, das Plattengeld bei Anwälten. Als er ankam, rief ihm von oben Lil’ Cease aus Biggies Umfeld zu, und Tupac entspannte sich.
Platz 1 aus der Zelle, Kaution von Suge Knight
Das Interview erschien im April 1995 als Titelgeschichte und gilt als eines der wichtigsten Tupac-Dokumente. Kurz nach dem Gespräch, am 7. Februar 1995, wurde er zu anderthalb bis viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Im März erschien Me Against the World und stieg auf Platz 1 ein, während er in der Clinton Correctional Facility saß.
Der geläuterte Ton hielt nicht lange. Im Oktober 1995 holte Suge Knight ihn mit einer Kaution von 1,4 Millionen Dollar heraus. Bei Death Row trat Tupac härter auf als je zuvor. Seine Andeutungen über die Quad-Nacht wurden zum Zündstoff des Ost-West-Konflikts (dazu die Teile 2 und 3).
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