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1996-02439 Wörter · 2 Min.

Live from Death Row (Teil 3 von 4): Dr. Dre, N.W.A und California Love

Dr. Dre blickt auf N.W.A zurück, am Wüsten-Set von „California Love“ wartet Tupac frisch aus der Haft: Teil 3 von Kevin Powells Vibe-Reportage.

Original: „Live From Death Row“ (Teil 3) · Vibe · Kevin Powell · Februar 1996

Als DJ in Clubs baute Dr. Dre fremde Songs zu Instrumentals um und fand so zum Produzieren. Auf Rollschuhbahnen trat er mit dem jungen Ice Cube auf, 1986 lernte er Eazy-E kennen. Acht Monate lang zogen sie mit Boyz-n-the-Hood von Plattenladen zu Plattenladen. Daraus entstand N.W.A, deren Album Straight Outta Compton ohne Radio-Airplay Doppelplatin erreichte. Im dritten Teil von Kevin Powells Vibe-Reportage blickt Dre auf diese Anfänge zurück.

Zwei Prozent bei Ruthless: Der Bruch mit Eazy-E

Bitter wird Dre beim Ende von Ruthless Records. Manager Jerry Heller habe Eazy bevorzugt, er selbst habe nur zwei Prozent für seine Produktionen bekommen. Am Telefon räumt Heller gegenüber Powell ein, Dre habe „wahrscheinlich recht“. Suge Knight habe ihm die Augen geöffnet, sagt Dre. Wie genau Knight ihn aus dem Vertrag holte, hängt davon ab, wen man fragt. Death Row sollte anfangs übrigens Future Shock heißen.

Über Eazy-Es Tod an AIDS im März 1995 spricht Dre leise. Auf die Frage nach seiner größten Angst nennt er zwei Mächte: „God and the IRS“, Gott und die US-Steuerbehörde.

Am Set von „California Love“: Eine Maschine statt Familie

Szenenwechsel in die kalifornische Wüste bei El Mirage: Hype Williams dreht das Video zu California Love als Endzeit-Spektakel im Mad-Max-Stil. Powell trifft Tupac im Wohnwagen, nach elf Monaten Haft muskulöser denn je. Zum Ost-West-Konflikt sagt Tupac nur einen Satz: „It’s gonna get deep.“

Am Telefon erklärt Tupac später, Death Row sei weniger Familie als eine „Maschine“, die stärkste Supermacht im Hip-Hop. Mit Suge Knight als Manager müsse er sich keinen Respekt mehr erkämpfen.

Das schnelle Ende der „Familie“

Dres Sicht auf Ruthless ist seine Version, Eazy-E konnte sich nicht mehr dazu äußern. Belegt ist das Ergebnis: Dre kehrte N.W.A und Ruthless den Rücken, gründete 1991/92 mit Knight Death Row und machte das Label mit The Chronic groß.

Die beschworene „Familie“ hielt nicht lange. Schon im März 1996, wenige Wochen nach Erscheinen des Hefts, verließ Dre Death Row und gründete Aftermath bei Interscope. Tupac griff ihn danach auf dem posthumen Makaveli-Album in Toss It Up an. Dre stieg mit Eminem und 50 Cent und später mit Beats, 2014 für drei Milliarden Dollar an Apple verkauft, zu einem der erfolgreichsten Unternehmer der Branche auf. Das angekündigte Album mit Ice Cube, Helter Skelter, erschien nie.

Tupacs Lob für Knight liest sich im Rückblick tragisch. Sieben Monate später saß er in Knights BMW, als die tödlichen Schüsse fielen.

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