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16.04.1997312 Wörter · 1 Min.

Harvard lädt zur Konferenz über die Rap-Morde

Fünf Wochen nach Biggies Tod lädt Harvard zur Konferenz: Rapper und Wissenschaftler diskutieren über Rap, Gewalt und die Verantwortung nach zwei Morden.

Original: „Harvard Conference To Tackle Recent Rap Murders“ · MTV News · ohne Autorenangabe · 16. April 1997

Zwei der größten Rapstars waren innerhalb von sechs Monaten erschossen worden. Fünf Wochen nach dem Tod von The Notorious B.I.G. schaltete sich eine der bekanntesten Universitäten der Welt ein: Die Black Students Association der Harvard University kündigte eine eintägige Konferenz an. Termin war der 3. Mai 1997 auf dem Campus in Cambridge, Massachusetts.

Ein Albumtitel wird zum Tagungsmotto

Der Titel lautete „Life After Death: Rap, Reality, and Social Responsibility“, eine Anspielung auf Biggies Album Life After Death, das zwei Wochen nach seinem Tod erschienen war. Die Meldung von MTV fiel kurz und nüchtern aus, doch ihr Kern lag im Anlass: Die Hochschule wollte offen darüber sprechen, was Rap, Gewalt und Verantwortung miteinander zu tun haben.

Geplant waren drei große Podiumsrunden und der Auftritt eines noch unbekannten Künstlers. Zugesagt hatten namhafte Stimmen der Szene: die Rapper Chuck D (Public Enemy), Chubb Rock und Vinny von Naughty by Nature, dazu der Kulturkritiker Michael Eric Dyson und die Hip-Hop-Journalisten Reginald Dennis und James Bernard.

Die Hochschulen schalten sich ein

Die Konferenz gehörte zu einer ganzen Reihe von Reaktionen im Frühjahr 1997: Aufrufe zum Waffenstillstand, Friedensappelle von Snoop Doggy Dogg und Sean „Puffy“ Combs, Wandbilder für beide Toten. Dass sich die Hochschulen einschalteten, war neu. Im September 1997 bot die UC Berkeley einen Kurs über Tupacs Gedichte an, 1998 folgte die University of Wyoming, und im Jahr 2000 fand in Oakland bereits die zweite Konferenz eigens über Tupac statt.

Michael Eric Dyson, einer der Gäste in Harvard, schrieb später mit Holler If You Hear Me: Searching for Tupac Shakur (2001) eines der wichtigsten Bücher über Tupac.

Wie die Konferenz am 3. Mai verlief und wer tatsächlich auftrat, ist in den Quellen nicht dokumentiert. Die Original-Meldung von MTV ist online nicht mehr erhalten; Grundlage ist eine erhaltene Abschrift.