09.03.1997375 Wörter · 2 Min.
Suge Knight: „Ich habe Tupac nicht getötet“
„Ich liebte ihn damals, ich liebe ihn heute“: Im ersten Interview aus dem Gefängnis nennt Suge Knight 1997 den Mordverdacht gegen sich „verrückt“.
Original: „Suge: I didn’t kill Tupac“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · ohne Autorenangabe · 9. März 1997
Eine Woche nach seiner Verurteilung zu neun Jahren Haft bricht Suge Knight sein Schweigen. Ausgerechnet in der Fox-Sendung America’s Most Wanted gibt der Death-Row-Chef sein erstes Interview aus dem Gefängnis, ausgestrahlt am Samstagabend, dem 8. März 1997. Die Nachrichtenagentur AP fasst das Gespräch am Tag danach zusammen.
Ein Schuss in den eigenen Kopf?
Knight nennt Tupac darin seinen besten Freund. „I loved ‘Pac then. I love ‘Pac now“, sagt er. Spekulationen, er habe selbst etwas mit dem Mord zu tun, bezeichnet er als „crazy“. Sein Argument: Niemand lasse sich in den Kopf schießen, damit es gut aussehe. Auch Gerüchte, Tupac habe Death Row verlassen wollen, weist er zurück. Tupac habe ihn und das Label in jedem Interview gelobt.
Wendemanöver auf dem Strip
In dem Interview verteidigt Knight sein Verhalten direkt nach den Schüssen. Statt auf dem schnellsten Weg ins Krankenhaus war er am Steuer gewendet und zurück Richtung Strip gefahren. Wer mit einem Schädelbruch am Steuer sitze, denke nicht über die schnellste Route nach, entgegnet er seinen Kritikern. Zudem behauptet er, die Polizei habe den Mann, den er für den Täter hält, längst befragt.
Zu den Vorwürfen von Tupacs Mutter Afeni Shakur, Death Row habe ihren Sohn betrogen, liefert Knight eigene Zahlen: Er habe ihr aus dem Gefängnis einen Scheck über drei Millionen Dollar gegeben. Tupac selbst habe zuvor in wenigen Monaten rund 2,5 Millionen ausgegeben.
Ein Mordfall, zwei Verfahren
Knight saß 1997 wegen eines Bewährungsverstoßes in Haft. Er hatte sich Stunden vor den tödlichen Schüssen an der Prügelei gegen Orlando Anderson im MGM Grand beteiligt. Mit „dem Mann, den die Polizei befragt hat“, dürfte er genau diesen Anderson gemeint haben, den die Polizei im Oktober 1996 in Compton festgenommen und wieder freigelassen hatte.
Trotz der Dementis hielt sich der Verdacht gegen Knight jahrelang in Büchern und Dokus. Erst das Urteil vom 31. August 2026 (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026) zeichnet ein anderes Bild. Schuldig gesprochen wurde Duane „Keffe D“ Davis von den Southside Compton Crips, Andersons Onkel. Knight wurde in dem Verfahren nicht angeklagt. Er selbst verbüßt seit 2018 eine 28-jährige Haftstrafe wegen eines tödlichen Unfalls mit Fahrerflucht von 2015.
Personen in diesem Text
Suge KnightAfeni Shakur: Panther, Mutter, Nachlassverwalterin