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05.02.1997389 Wörter · 2 Min.

Afeni Shakurs Abrechnung mit der Polizei von Las Vegas

Fünf Monate nach Tupacs Tod wirft Afeni Shakur den Ermittlern Stillstand vor. Die Polizei kontert: Ohne Zeugen vor Gericht gibt es keine Festnahme.

Original: „Shakur’s mother rips Metro Police“ · Las Vegas Sun · Cathy Scott · 5. Februar 1997

Fünf Monate nach dem Tod ihres Sohnes ging Afeni Shakur öffentlich gegen die Metro Police in Las Vegas vor. In der ABC-Sendung PrimeTime Live, ausgestrahlt am Abend des 5. Februar 1997, warf sie den Ermittlern vor, noch nie mit ihr über den Fall gesprochen zu haben. Ihr Anwalt Richard Fischbein legte in der Sun nach: „It’s an outrage that Las Vegas police are sitting around waiting for a suspect to come to them.“

„Disney World of the West“: Fischbeins Vorwürfe an die Polizei

Fischbein warf den Beamten vor, Tupacs Begleiter in der Tatnacht wie Verbrecher behandelt zu haben: Sie seien mit dem Gesicht auf die Straße gelegt worden. Kein Wunder, dass aus dem Umfeld niemand kooperierte. Und er wurde grundsätzlich: Las Vegas wolle ein „Disney World of the West“ sein, da passe ein Gang-Mord vor dem Schloss nicht ins Geschäft.

Keine Spuren, keine Zeugen: Die Polizei wehrt sich

Die Ermittler widersprachen. Lieutenant Wayne Petersen sagte, Afeni Shakur habe beim ersten Kontakt nicht reden wollen; danach sei alles über ihren Anwalt gelaufen. Sergeant Kevin Manning nannte die Kritik „unwarranted“: Ein Drive-by hinterlasse kaum Spuren, und solange niemand bereit sei, im Zeugenstand auszusagen, stehe der Fall still.

Die Polizei glaubte zwar zu wissen, wer geschossen hatte, für eine Festnahme reichte es jedoch nicht. In diesem Zusammenhang erwähnte der Artikel Orlando Anderson, der nach einer Razzia in Compton im Oktober 1996 befragt, aber nie angeklagt worden war. Ausgerechnet dafür lobte Fischbein die Ermittler: Zurückhaltung ohne Beweise sei richtig.

Drei Verdächtige, kein Zugriff und ein spätes Geständnis

Der Bericht zeigt den tiefen Graben zwischen Familie und Ermittlern, der den Fall jahrzehntelang prägte. Am Tag zuvor hatte die Los Angeles Times berichtet, die Polizei habe die Liste auf drei Verdächtige aus Los Angeles eingegrenzt, glaube aber ohne Zeugen nicht an eine Festnahme. Afeni Shakur drängte auch 1998 noch öffentlich auf Aufklärung.

Mannings Satz, ohne Zeugen komme man nicht weiter, behielt lange recht. Die Wende kam erst, als Duane „Keffe D“ Davis, Orlando Andersons Onkel, selbst über die Nacht sprach. Am 31. August 2026 wurde er in Las Vegas schuldig gesprochen (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026). Afeni Shakur erlebte das nicht mehr; sie starb am 2. Mai 2016.

Korrektur zum Archivtext: Tupac wurde viermal getroffen, nicht dreimal.