09.05.1997355 Wörter · 2 Min.
Keine Spuren, viel Skepsis: Fans glauben, Tupac lebt
Acht Monate nach den Schüssen hat die Polizei in Las Vegas keine Spur, und 80 Prozent der TV-Hinweise behaupten, Tupac lebe noch.
Original: „No leads, lot of skepticism in rapper’s death“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · Robert Macy · 9. Mai 1997
Acht Monate nach den Schüssen zog die AP eine ernüchternde Zwischenbilanz: Die Polizei in Las Vegas hatte keine neue Spur, und die Hinweise aus dem Publikum gingen in eine unerwartete Richtung. Statt Hinweisen auf den Schützen meldeten 80 Prozent der Anrufer, Tupac lebe noch.
80 Prozent glauben an eine Inszenierung
Lieutenant Wayne Petersen sichtete die Zettel, die Unsolved Mysteries nach der Sendung vom März an die Polizei weiterleitete: „80 percent of them think he’s still alive.“ Und: „It’s amazing what people will believe.“ Die Zuschauer, so Petersen, glaubten, Tupac habe seinen Tod inszeniert. Dazu setzte er einen spitzen Nachsatz: Man sehe ja, was der Tod für seine CD-Verkäufe getan habe.
Mauern im Konvoi: Die Zeugen erkennen niemanden
Ansonsten brachten hunderte Hinweise und täglich neue Anrufe nichts Brauchbares. Auch die Begleiter im Konvoi leisteten keine Hilfe. Zwei Zeugen hatten angedeutet, sie könnten den Schützen erkennen, brachten die Ermittler aber nicht weiter: Leibwächter Frank Alexander sah sich in einem Restaurant in Orange County Fotos an und erkannte niemanden. Der Rapper Malcolm Greenidge (E.D.I. Mean) sagte der Polizei in Compton, er habe den Schützen nie gesehen, und wollte die Fotos nicht anschauen.
Hinweis zum Archivtext: Dort fehlt am Ende ein Satzzeichen, und der Name des Zeugen ist als „Greenidge“ falsch geschrieben. Petersens Zitat „hundreds“ bezieht sich auf die Hinweise seit der Tat insgesamt.
Jahrelange Sackgasse, und ein Schuldspruch 2026
Die Meldung zeigt die Sackgasse, in der der Fall jahrelang steckte: Zeugen aus Tupacs Umfeld, die nicht mit der Polizei reden wollten, und eine Polizei, der das Umfeld misstraute. Dazu kamen die „Tupac lebt“-Theorien, die mit jedem posthumen Album neue Nahrung bekamen.
Der Durchbruch kam nicht aus den Hinweisen von 1997. Duane „Keffe D“ Davis, Onkel des Southside-Crip Orlando Anderson, schilderte seine Rolle 2008 Ermittlern und ab 2018 öffentlich. Im September 2023 wurde er festgenommen, am 31. August 2026 sprach ihn eine Jury in Las Vegas des Mordes schuldig (nicht rechtskräftig, Stand Oktober 2026). Das Strafmaß soll am 13. Oktober 2026 verkündet werden.
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