01.09.1997387 Wörter · 2 Min.
Häftling Harry-O: „Ich habe Death Row mitgegründet“
1,5 Millionen Dollar aus der Zelle: 1997 behauptet Häftling Harry-O, er habe Death Row mitgegründet, mit späten Folgen für Tupacs Nachlass.
Original: „Inmate claims he helped start Death Row Records“ · Associated Press, abgedruckt in der Las Vegas Sun · ohne Autorenangabe · 1. September 1997
Ein Häftling behauptet, Death Row Records gehöre zur Hälfte ihm. Am 1. September 1997 griff die Associated Press einen Bericht der Los Angeles Times auf und rückte einen bis dahin kaum bekannten Namen ins Scheinwerferlicht: Michael „Harry-O“ Harris. Der frühere Drogenboss aus Los Angeles verbüßte seit 1987 wegen Crack-Handels, Entführung und versuchten Mordes eine 28-jährige Haftstrafe.
1,5 Millionen Dollar aus der Zelle
Harris schilderte die Entstehung des Labels so: Im Herbst 1991 habe er seinen Anwalt David Kenner mit Suge Knight bekannt gemacht. Er habe 1,5 Millionen Dollar Startkapital für die Hälfte einer Firma namens GF Entertainment gegeben, zu der das Label Death Row gehören sollte. Knight habe ihn im Gefängnis fast zwei Dutzend Mal besucht. Dann hätten Knight und Dr. Dre den Vertrag mit Interscope ohne ihn geschlossen, und er habe nie eine Abrechnung gesehen. Für seine Frau Lydia forderte er die Hälfte der Einnahmen.
„I am not a rat“: Knight bestreitet die Vorwürfe
Knight bestreitet das. Death Row sei mit Geld aus Verträgen mit Sony, Interscope und Time Warner aufgebaut worden. Harris sei ein „snitch“, der seine Strafe verkürzen wolle. Harris konterte: „I am not a rat.“ Kenner berief sich auf die anwaltliche Schweigepflicht. Laut der Zeitung hatte Harris bereits vor einer Grand Jury ausgesagt, die wegen möglicher Verbindungen des Labels zu Gangs, Drogen und Geldwäsche ermittelte.
Ein 107-Millionen-Urteil treibt Death Row in die Insolvenz
Harris’ Version setzte sich mit den Jahren weitgehend durch. Seine Frau Lydia Harris erstritt 2005 ein Urteil über rund 107 Millionen Dollar gegen Knight und Death Row. Im April 2006 meldeten Label und Knight Insolvenz an. 2009 wurden die Rechte für 18 Millionen Dollar versteigert, 2022 kaufte Snoop Dogg Death Row.
Begnadigung nach über 30 Jahren
Harris kam nach über 30 Jahren frei. Am 20. Januar 2021 wandelte Präsident Trump seine verbliebene Bundesstrafe um, am 28. Mai 2025 folgte eine vollständige Begnadigung. Heute arbeitet er für das neue Death Row unter Snoop Dogg.
Ungeklärte Eigentumsverhältnisse treffen Tupacs Nachlass
Für Tupac ist die Geschichte mehr als eine Randnotiz: Sie erklärt, warum sein Nachlass jahrelang um Abrechnungen und Masterbänder kämpfen musste. Das Label, das ihn 1995 aus dem Gefängnis holte, hatte von Anfang an ungeklärte Eigentumsverhältnisse.
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