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1996-11533 Wörter · 2 Min.

„Last Testament“: Tupacs letztes großes Vibe-Interview (November 1996)

Zwei Wochen vor seinem Tod spricht Tupac im Wohnwagen am Set von Gang Related mit Rob Marriott über Makaveli, Dr. Dre, Biggie, Politik und „Black Jesus“.

Original: „Last Testament“ · Vibe, Ausgabe November 1996 (Gedenkheft), S. T6-T7 · Rob Marriott · Gespräch Ende August 1996 in Los Angeles

Wann und wo

Oft wird dieses Interview als Vibe vom September 1996 geführt. Das ist falsch, auch wenn sich die Angabe in Fanseiten und sogar Büchern hält. Das Septemberheft hatte Biggie und Puffy auf dem Titel. Dieses Gespräch erschien erst nach Tupacs Tod im Novemberheft 1996 unter dem Titel „Last Testament“. Für dieses Heft klebte Vibe in letzter Minute einen Gedenkumschlag über das schon gedruckte Cover.

Geführt hat es Rob Marriott. Laut Einleitung saß Tupac zwei Wochen vor seinem Tod in seinem Wohnwagen am Set von Gang Related in Los Angeles. Der Film wurde im August 1996 gedreht, Tupac spielt darin einen korrupten Polizisten. Ein Fanarchiv datiert ein Marriott-Gespräch aus dieser Zeit auf den 24. August 1996, das ließ sich nicht unabhängig prüfen.

Die Lage im August 1996

Tupac war seit gut zehn Monaten frei, All Eyez on Me seit einem halben Jahr auf dem Markt, die Fehde mit Bad Boy auf dem Höhepunkt. Dr. Dre hatte Death Row im März 1996 verlassen. Unter dem Namen Makaveli stand ein neues Album bereit. Am 7. September wurde Tupac in Las Vegas angeschossen, am 13. September starb er.

Worüber gesprochen wurde

Tupac gibt sich als Mann, der niemandem mehr Rechenschaft schuldet. Er kündigt das Makaveli-Album Killuminati für den nächsten Monat an. Den Namen erklärt er mit seiner Lektüre:

„I idolize that type of thinking where you do whatever’s gonna make you achieve your goal.“ Tupac Shakur, Vibe, November 1996

Auf dem Album wolle er die Leute nennen, die ihn 1994 angeschossen und in die Falle gelockt hätten. Er greife Dr. Dre, Mobb Deep, Jay-Z, Puffy und Biggie an. Auf dem Cover sei er am Kreuz zu sehen. Das sind seine Ankündigungen, Belege für die Vorwürfe lieferte er nicht.

Dass Dr. Dre gehen musste, nimmt er auf seine Kappe. Er nennt sich den „Capo“ unter dem „Boss“ Suge Knight. Dre sei im Mordprozess nicht für Snoop da gewesen und habe Lob für die Arbeit anderer bekommen. Mit Suge verbinde ihn alles:

„We want, not oppression, but total domination.“ Tupac Shakur, Vibe, November 1996

Thug Life, Politik, „Black Jesus“

Den Abschied von „Thug Life“ aus Ready to Live nimmt er zurück. Ausgerechnet ein Brief von Puffy in Vibe habe ihn darauf gebracht, dass man nicht nur kurz ein Thug sein könne. Das „W“, das er mit den Fingern zeigt, stehe nicht für Kalifornien, sondern für „War“. Gleichzeitig spricht er von einer eigenen politischen Partei für alle Benachteiligten und von Geld für Gemeinschaftszentren bei jedem Platin-Album. Zum Schluss beschreibt er „Black Jesus“, einen Heiligen für Menschen, die nichts haben:

„I feel like Black Jesus is controlling me.“ Tupac Shakur, Vibe, November 1996

Bedeutung

„Last Testament“ gilt als Tupacs letztes ausführliches Interview. Es liest sich wie ein Programm für The Don Killuminati: The 7 Day Theory, das am 5. November 1996 erschien (siehe Makaveli). Die Passagen über „Black Jesus“ werden bis heute in religionswissenschaftlichen Büchern zitiert, etwa bei dem Theologen Anthony B. Pinn. Das Gespräch zeigt Tupac auf dem Gipfel seiner Macht und seiner Härte, wenige Tage vor seinem Tod.

Personen in diesem Text

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