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603 Wörter · 3 Min.

Juice (1992)

Tupacs erste große Filmrolle: Als Roland Bishop spielt er 1992 in Ernest R. Dickersons Harlem-Drama einen Freund, der zum Mörder wird.

Filmplakat Juice (1992)
Filmplakat: Paramount Pictures
Regie
Ernest R. Dickerson (sein Regiedebüt; zuvor Kameramann aller Spielfilme von Spike Lee)
Drehbuch
Gerard Brown und Ernest R. Dickerson
Produktion
David Heyman, Neal H. Moritz, Peter Frankfurt (Moritz/Heyman, Island World)
Verleih
Paramount Pictures
Darsteller
Omar Epps (Q), Tupac Shakur (Bishop), Khalil Kain (Raheem), Jermaine Hopkins (Steel), Cindy Herron (Yolanda), Vincent Laresca (Radames), Samuel L. Jackson (Trip), Queen Latifah (Ruffhouse MC)
Musik
Hank Shocklee und The Bomb Squad
US-Kinostart
17. Januar 1992
Länge
ca. 95 Minuten
Einspielergebnis USA
20,1 Mio. US-Dollar, davon 8,1 Mio. am Startwochenende (Box Office Mojo)

Juice ist der Film, mit dem Tupac Shakur als Schauspieler bekannt wurde. Er spielt Roland Bishop, einen von vier Jugendlichen aus Harlem, der nach einem Überfall die Kontrolle verliert und seine eigenen Freunde jagt. In Deutschland erschien der Film als Juice, City-War.

Daten zum Film

Die Geschichte

Q, Bishop, Raheem und Steel schwänzen die Schule, hängen in Spielhallen und Plattenläden herum und werden von Polizei und einer rivalisierenden Clique schikaniert. Q träumt davon, als DJ einen Wettbewerb zu gewinnen. Bishop will mehr: Respekt, Macht, das, was die Jungs „Juice“ nennen. Er drängt die anderen zu einem Überfall auf einen Laden, bei dem er den Besitzer erschießt. Danach tötet er Raheem, versucht die Tat anderen anzuhängen und wendet sich schließlich gegen Q und Steel.

Wie Tupac an die Rolle kam

Tupac war 1991 noch Tänzer und Rapper bei Digital Underground. Zum Vorsprechen kam er eher zufällig: Er begleitete seinen Bandkollegen Money-B. Im Interview mit Davey D (1991) erzählte Tupac, er sei „kalt“ hineingegangen und habe gelesen. Money-B schilderte 2017 im Rolling Stone, er selbst sei durchgefallen, als Tupac im Raum vorsprach, habe man draußen Applaus gehört. Im Gespräch mit Right On! (1992) erinnerte sich Tupac, dass ihn die Casting-Leute zuerst für Treach von Naughty by Nature hielten. Treach selbst ist im Film in einer kleinen Nebenrolle zu sehen.

Bishop beschrieb Tupac 1991 als „psychotisch, unsicher, sehr gewalttätig“. Der Film sei kein Hip-Hop-Film, sondern eine Geschichte über das Erwachsenwerden, in der eben Hip-Hop vorkommt.

Streit um die Werbung

Schon vor dem Start sorgte die Kampagne für Ärger. Nach den Ausschreitungen bei den Premieren von New Jack City und Boyz n the Hood fürchteten Anti-Gang-Initiativen in Los Angeles, die gewaltbetonten Trailer könnten erneut Unruhen auslösen. Die Los Angeles Times berichtete, dass Paramount aus einem frühen Plakatentwurf die Pistole entfernt hatte, die einer der vier Hauptdarsteller hielt. Tupac ärgerte das: Im Right On!-Interview verglich er das Plakat mit der Werbung für Kuffs, auf der Christian Slater ganz selbstverständlich eine Waffe tragen durfte.

Kritiken

Die Kritik lobte vor allem die jungen Darsteller. Variety nannte Tupac „ebenfalls beeindruckend“, Roger Ebert gab drei von vier Sternen und sah einen großen Teil der Stärke des Films bei den Schauspielern. Kenneth Turan (Los Angeles Times) hielt Juice für eine lebendige, vielversprechende Arbeit, bemängelte aber die vorhersehbare zweite Hälfte; Bishop wirke, als habe er sich den psychopathischen Gangster, den James Cagney in White Heat (1949) spielt, zum Vorbild genommen. Der film-dienst urteilte später: überzeugend gespielt, vom Buch her etwas konfus.

Soundtrack

Der Soundtrack erschien Ende 1991 bei MCA, unter anderem mit Eric B. & Rakims Titelsong Juice (Know the Ledge), Naughty by Nature und Cypress Hill. Tupac selbst ist auf dem Album nicht vertreten. Mehr zu seinen Soundtrack-Beiträgen steht in der Discografie.

Bedeutung für Tupac

Juice kam rund zwei Monate nach seinem Debütalbum 2Pacalypse Now in die Kinos und machte ihn über die Rap-Szene hinaus bekannt. Die Rolle des unberechenbaren Bishop prägte sein Image auf Jahre, Regisseure und Journalisten bezogen sich immer wieder auf sie. Seine nächste Rolle in Poetic Justice war bewusst anders angelegt.

Personen in diesem Text

Digital UndergroundTreach