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575 Wörter · 3 Min.

All Eyez on Me (Song)

Keine Single, kaum im Radio, heute 921 Millionen Streams: Wie Tupac und Johnny „J“ direkt nach der Haft den Titelsong mit Big Syke einspielten.

Album
All Eyez on Me, 13. Februar 1996
Label
Death Row Records / Interscope Records
Produktion
Johnny „J“
Gast
Big Syke
Aufnahme
30. Oktober 1995 (nach 2PacLegacy, zitiert von Wikipedia)
Sample
Never Gonna Stop von Linda Clifford (Original von Exile)
Autoren
Tupac Shakur, Johnny Jackson, James Pennington

Der Song wurde nicht als Single ausgekoppelt und lief 1996 kaum im Radio. Trotzdem zählt der Titelsong von All Eyez on Me heute zu Tupacs meistgehörten Stücken: Knapp 921 Millionen Spotify-Streams stehen neben einem Track, der Überwachung und Siegerpose in einem Atemzug verbindet. Der Beat entstand in der ersten Studiosession nach seiner Haftentlassung.

Zwei Tage nach der Zelle: Ein Beat aus der Drum Machine

Nach Johnny „J“s Erinnerung meldete sich Tupac zwei Tage nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis bei ihm: Er solle ins Studio kommen, er sei jetzt bei Death Row. Der Produzent hielt das zunächst für einen Scherz. Im Studio, so erzählte er in einem von XXL veröffentlichten Interview, legte er als Erstes den Beat zu All Eyez on Me in die Drum Machine. Er habe ihn eigentlich gar nicht zeigen wollen, weil er ihn für unfertig hielt; seine Frau habe gesagt, der Beat sei stark. Tupac habe den Titel daraufhin sofort geliefert.

Die Grundlage ist ein Loop aus Linda Cliffords Never Gonna Stop, einer Coverversion eines Stücks der Band Exile. Johnny „J“ spielte die Basslinie nach und verdichtete das Schlagzeug, sodass der Loop härter sitzt als in anderen Verwendungen. Dieselbe Vorlage hatten die Trackmasters kurz zuvor für Nas’ Street Dreams gedreht (The Source, 2017).

Das genaue Aufnahmedatum ist nur über die Fanseite 2PacLegacy überliefert, die den 30. Oktober 1995 nennt. Die Sessions für das Doppelalbum liefen insgesamt vom 13. Oktober bis 18. Dezember 1995 in den Can-Am Studios in Tarzana.

„Alle Augen auf mir“: Zwischen Paranoia und Triumph

Der Titel bedeutet: Alle Augen sind auf mir. Tupac verarbeitet darin, dass er sich nach den Schüssen von 1994 und der Haft ständig beobachtet fühlt, von der Polizei ebenso wie von Rivalen. Zugleich tritt er als Boss auf, der sich vom „Thug“-Leben nicht abbringen lässt. Revolt und die englische Wikipedia lesen den Song als Mischung aus Paranoia und Triumph. Als Gast ist Big Syke zu hören, der schon bei Thug Life dabei war.

Der Ton passt zum Album: weniger gesellschaftliche Analyse als auf Me Against the World, mehr Selbstbild. Der britische Kritiker Roger Morton nannte im NME (2. März 1996) mehrere Stücke des Albums, darunter dieses, „superbly unsettling, unprecedented renderings of the fear-soaked, hardcore-G mentality“.

Kein Hot-100-Hit, aber weltweites Edelmetall

Der Song hat keine Hot-100-Platzierung; sein Erfolg kam über das Album und über Streaming. Bis zum 7. Oktober 2026 erreichte die Albumversion rund 921 Millionen Spotify-Streams (Zählung nach kworb.net).

Die Zertifizierungen stammen aus der Streaming-Zeit: Platin in Dänemark (2026) und Großbritannien (2026), Gold in Deutschland (2024), Italien (2023) und Spanien (2024), 3-fach Platin in Neuseeland (2024). Ein 2023 veröffentlichter „Gangsta Mix“ von DJ Dark & Mentol kam in den russischen Radiocharts auf Platz 23.

Titelgeber fürs Kino und Einzug in die Hall of Fame

Eine neu gemischte Fassung mit Big Syke erschien 2003 auf Nu-Mixx Klazzics, der Remix-Sammlung von Death Row. Big Syke starb am 5. Dezember 2016 im Alter von 48 Jahren.

Der Titel gab dem Spielfilm von 2017 seinen Namen (All Eyez on Me, Regie Benny Boom). Das Album, zu dem der Song gehört, wurde am 11. Februar 2026 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.

Personen in diesem Text

Johnny JBig SykeSuge Knight