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Meldung vom 13. April 2008

Tupac vs. Biggie: Die Verschwörungstheorie von 2008

Alicia Keys sah 2008 die Regierung hinter dem Rap-Krieg. Was die Archivseite daraus machte, und was 2026 vor Gericht davon übrig blieb.

Ein Interview der Sängerin Alicia Keys mit dem US-Magazin Blender fachte im April 2008 alte Gerüchte neu an. Am 13. April 2008 griff die Seite die Frage auf, wer Tupac wirklich getötet habe. Es ging um angebliche Regierungspläne und Theorien ohne Beleg.

Keys sah die Regierung hinter der Fehde

Laut Blender bezeichnete Keys „Gangsta-Rap“ als Erfindung, mit der Schwarze dazu gebracht werden sollten, sich gegenseitig umzubringen. Geschaffen worden sei das Genre von „der Regierung“. Tupac und The Notorious B.I.G. seien im Grunde ermordet worden; Regierung und Medien hätten ihre Fehde angeheizt, um den Aufstieg eines weiteren großen schwarzen Anführers zu verhindern. Kurz darauf veröffentlichte Keys eine Klarstellung: Ihre Worte seien falsch verstanden worden.

Ein konstruiertes Komplott ohne Belege

Der Beitrag ging damals weit über Keys hinaus. Er zog Parallelen zum Film Animal (2005) mit Ving Rhames und zu einer angeblichen Rede eines Sklavenhalters namens William Lynch aus dem Jahr 1712, die Strategien des Gegeneinander-Ausspielens beschreibt.

Daraus folgerte der Autor, der Staat bringe Menschen gezielt gegeneinander auf. Tupac habe das erkannt und sei deshalb ermordet worden; Biggies Tod habe nur davon ablenken sollen. Belege nannte der Beitrag nicht. Es war eine persönliche Deutung.

Eine gefälschte Rede und die Spur nach Compton

Die „Willie-Lynch-Rede“ gilt Historikern als Fälschung. Der Text ist erst seit etwa 1970 gedruckt nachweisbar und verbreitete sich in den 1990er-Jahren über das Internet.

Die eingangs zitierte Zeitungszeile bezog sich auf eine zweiteilige Recherche von Chuck Philips in der Los Angeles Times von 2002. Er beschrieb die Tat als Racheakt der South Side Compton Crips und behauptete zusätzlich, Biggie habe die Tat mitfinanziert. Dessen Familie bestritt das, bewiesen ist es nicht.

2026 vor Gericht: Gang-Rache statt Staatskomplott

Für eine Beteiligung von Regierungsstellen gab es nie belastbare Hinweise. Im Prozess von 2026 ging die Anklage von der Gang-Version aus: Am 31. August 2026 wurde Duane „Keffe D“ Davis, Ex-Anführer der South Side Compton Crips und Onkel von Orlando Anderson, in Las Vegas des Mordes ersten Grades schuldig gesprochen. Laut Anklage war die Tat Rache für die Prügelei gegen Anderson.

Stand Oktober 2026 ist das Urteil nicht rechtskräftig (Davis kündigte Berufung an), das Strafmaß ist für den 13. Oktober 2026 angesetzt. Mehr: Tupacs Mörder nach 22 Jahren entlarvt?