Meldung vom 15. November 2007
Napoleons Weg zum Islam (Teil 1): Die Begegnung mit Kadafi
Vom Trauma der Kindheit über die Outlawz zum Islam: Wie Napoleon über Yaki Kadafi zu Tupac fand. Ein Archiv-Interview von 2007, neu eingeordnet.
Am 15. November 2007 erschien im Blog dieser Seite (damals Thuglove.de / United-Tupac.Com) der erste Teil eines bemerkenswerten Video-Interviews: Napoleon, früheres Mitglied von Tupacs Gruppe Outlawz, sprach darin über seine Kindheit, Kadafi und seinen Weg zum Islam. Der Blog veröffentlichte damals eine leicht geglättete deutsche Textfassung; hier sind die Kernaussagen.
Kindheitstrauma, Kadafi und der Weg zu Death Row
Napoleon schilderte, dass seine Eltern ermordet wurden, als er drei Jahre alt war. Er sei bei der Tat zu Hause gewesen und am Fuß verletzt worden. Die Täter ordnete er der Nation of Islam zu. Danach wuchs er bei seinen christlichen Großeltern in New Jersey auf.
Als Jugendlicher begann er Texte zu schreiben, inspiriert unter anderem von Queen Latifah, die als Freundin der Familie im Haus verkehrte. Über seinen Kindheitsfreund Yaki Kadafi kam der Kontakt zu Tupac zustande. Nach Tupacs Haftentlassung 1995 gingen die jungen Rapper mit ihm nach Los Angeles zu Death Row.
Belegte Tragödie und zwei Korrekturen zur Bandgeschichte
Napoleon heißt bürgerlich Mutah Wassin Shabazz Beale und wurde 1977 geboren; er wuchs in Irvington, New Jersey, auf. Die Ermordung seiner Eltern in ihrer Wohnung ist durch Presseberichte belegt; die Los Angeles Times beschrieb sie 2003 als Hinrichtung vor den Augen des Kindes. Seine Zuordnung der Täter ist seine eigene Darstellung.
Zwei Details der damaligen Übertragung sind zu präzisieren: Yaki Kadafi war Tupacs Patenbruder, nicht sein Halbbruder. Zudem entstanden die Outlawz in ihrer bekannten Form erst Ende 1995 nach Tupacs Freilassung; zuvor hatte es mit Dramacydal eine Vorläufergruppe gegeben. Bekannt wurden die Outlawz vor allem durch ihre Auftritte auf Tupacs Makaveli-Album.
Abschied vom Rap: Glaube, Vorträge und Kaffee in Saudi-Arabien
Napoleon konvertierte 2001 zum Islam und gab Alkohol und Drogen auf. 2006 veröffentlichte er mit Loyalty Over Money sein einziges Soloalbum und zog sich danach aus der Musik zurück.
Seitdem tritt er als Motivationsredner auf; 2014 und 2017 berichteten Medien über ein von ihm betriebenes Kaffeegeschäft in Saudi-Arabien. Fortsetzung: Teil 2.